Nach Affenhaus-Katastrophe: NRW geht gegen Himmelslaternen-Verkauf vor

Köln/Düsseldorf - Nach dem Flammeninferno im Krefelder Zoo gehen das NRW-Arbeitsministerium und die Bezirksregierung Köln gegen den Verkauf der Himmelslaternen vor. Unkontrollierte Laternen hatten das Feuer im Zoo Krefeld verursacht.

Das Foto der Polizei Krefeld zeigt eine sichergestellte Himmelslaterne.
Das Foto der Polizei Krefeld zeigt eine sichergestellte Himmelslaterne.  © ---/Polizei Krefeld/dpa

Im Fokus des NRW-Arbeitsministeriums stehen der Onlinehandel und Anbieter, die weiterhin Himmelslaternen vertreiben.

Wie ein Sprecher am Mittwoch mitteilte, wurden seit dem Affenhaus-Brand in Wuppertal vier in NRW ansässige Anbieter überprüft und ihnen ein Verkaufsstopp auferlegt.

Das Ministerium will anderen Marktüberwachungsbehörden in Deutschland und Europa dafür sorgen, dass weitere Anbieter kontrolliert werden, die ihren Sitz außerhalb Nordrhein-Westfalens haben.

"Die Verwendung von Himmelslaternen ist verboten. Aber der Verkauf der Produkte ist bislang erlaubt. Das kann man mit gesundem Menschenverstand kaum nachvollziehen", teilte Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) mit.

"Wir haben bereits die nach unseren Recherchen in Nordrhein-Westfalen ansässigen Anbieter von Himmelslaternen überprüft und den Verkauf vorerst untersagt", bestätigte er das Verkaufsverbot in NRW.

Die Bezirksregierung Köln teilte am Mittwoch mit, bei einer Kontrolle sogenannte Himmelslaternen aus dem Verkehr gezogen zu haben. "Insgesamt wurden bei einem Onlinehändler rund 730 vorgefunden. Der weitere Verkauf wurde unterbunden", so ein Sprecher der Bezirksregierung Köln.

Fakten über Himmelslaternen

Das Affenhaus im Zoo Krefeld wurde bei dem Feuer komplett zerstört, rund 50 Tiere starben.
Das Affenhaus im Zoo Krefeld wurde bei dem Feuer komplett zerstört, rund 50 Tiere starben.  © Andreas Drabben/dpa

Himmelslaternen sind Fluglaternen, die durch ein Kerzenlicht und erhitzte Luft in den Himmel steigen können.

Sie bestehen in der Regel aus einer dünnen, nach unten geöffneten Papiertüte, die durch dünne Hölzer und Drähte aufgespannt wird.

In der Öffnung wird ein mit brennbarer Flüssigkeit oder mit Wachs getränkter Baumwollstoff befestigt und angezündet.

Das Risiko: "Aufgrund der leichten Bauweise werden sie bereits bei wenig Wind unkontrollierbar abgetrieben. Gehen sie irgendwo nieder und brennen noch, können sie Brände auslösen", so die Bezirksregierung Köln.

Die Verwendung von Himmelslaternen ist in Deutschland nicht erlaubt, in Nordrhein-Westfalen ist das Steigenlassen bereits seit Mitte 2009 verboten.

Das Verkaufsverbot wird wegen der Affenhaus-Katastrophe im Zoo Krefeld vorangetrieben. Dort hatten Himmelslaternen in der Nacht zu Neujahr für rund 50 tote Tiere gesorgt.

Bei dem verheerenden Brand starben Menschenaffen und viele weitere Tiere. Zwei Schimpansen überlebten verletzt. Nach dem Drama begann vor wenigen Tagen der Abriss des ehemaligen Affenhauses.


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