Nach Aus für Pkw-Maut: So sollen Autofahrer zur Kasse gebeten werden!

Stuttgart - Nach dem Aus für die Pkw-Maut fordert der Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg ein umfassenderes Maut-Modell für alle Autofahrer und alle Straßen.

Roger Kehle, Vizepräsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes.
Roger Kehle, Vizepräsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes.  © Bernd Weissbrod/dpa

"Wir brauchen eine Maut für alle", sagte Roger Kehle, der gleichzeitig Vizepräsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes ist.

Der Landesvorstand des Südwest-Verbands habe einen entsprechenden Beschluss gefasst. Kehle regt konkret eine kilometerbezogene Maut an, die Vielfahrer stärker belasten würde - und zwar für Bundes- und Landesstraßen sowie für kommunale Straßen.

Die Maut-Mittel müssten auch den Kommunen zur Verfügung stehen. Zugleich fordert er einen Ausgleich für Pendler.

Die auf Drängen der CSU beschlossene "Infrastrukturabgabe" war im Juni vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) gestoppt worden - unter anderem, weil sie Autobesitzer aus dem Ausland benachteilige. Sie sah vor, dass alle inländischen Autobesitzer eine Jahresmaut zahlen, die sich nach Größe und Umweltfreundlichkeit des Motors richtet - egal, wie oft sie wirklich fahren.

Für Autobesitzer aus dem Ausland sollte es auch kurze pauschale Tarife für zehn Tage und zwei Monate geben. Geplant war, Inländer gleichzeitig bei der Kfz-Steuer zu entlasten, so dass sie insgesamt nicht hätten draufzahlen müssen.

Update: 16.04 Uhr

ADAC gegen Mautpläne

Ein Auto fährt auf einer Landstraße.
Ein Auto fährt auf einer Landstraße.

Der ADAC lehnt eine umfassende Maut für alle Autofahrer ab. "Man sollte jetzt nicht mit anderen Maut-Modellen neue Ungerechtigkeiten schaffen", teilte ein Sprecher des Automobilclubs am Mittwoch in München der Deutschen Presse-Agentur mit.

Autofahrer in Deutschland seien schon jetzt jedes Jahr mit rund 53 Milliarden Euro aus Steuern und Abgaben im Verkehrsbereich belastet.

Die beiden Präsidenten des bayerischen und baden-württembergischen Gemeindetags hatten eine Abgabe für alle Autofahrer gefordert - auf allen Straßen.

Mit den Einnahmen könne die Erhaltung der Straßen finanziert werden.

Mehr zum Thema Stuttgart Politik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0