Nach Brexit: Londoner Banken kommen nach Frankfurt

Die Deutsche Bank überlegt Geschäfte nach Frankfurt zu verlagern.
Die Deutsche Bank überlegt Geschäfte nach Frankfurt zu verlagern.  © dpa/Boris Roessler (Symbolbild)

London/Frankfurt - Gut ein Jahr nach dem Brexit-Votum müssen die Banken in London auf das Abstimmungsergebnis reagieren.

Mehrere Großbanken haben bereits angekündigt, Mitarbeiter wegen des geplanten EU-Austritts Großbritanniens in ein anderes Mitgliedsland umzuziehen. Denn in London angesiedelte Banken benötigen für verschiedene Dienstleistungen in der Europäischen Union rechtlich selbstständige Tochterbanken mit Sitz in einem EU-Staat.

Bis zu diesem Freitag (14. Juli) müssen die Geldinstitute in Großbritannien der Bank of England ihre Brexit-Pläne offenbaren.

So plant die Deutsche Bank Medienberichten zufolge große Teile ihres Handelsgeschäfts von London nach Frankfurt zu verlagern. Das Projekt solle innerhalb der nächsten 18 Monate umgesetzt werden, berichteten das "Handelsblatt" und die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Überlegungen könnten sich aber noch ändern, je nachdem, wie genau der Ausstieg Großbritanniens aus der EU ausfalle.

Der Grund seinen Geschäfte mit europäischen Firmenkunden. Dabei gehe es um den Umzug von einigen Hundert Mitarbeitern und um 18.000 bis 20.000 Kunden, die künftig mit ihren Konten von Frankfurt aus betreut werden sollten.

Für die Commerzbank bietet London ebenfalls einen wichtigen Zugang zum internationalen Kapitalmarkt. Allerdings hat das teilverstaatlichte Institut in den vergangenen Jahren etliche Mitarbeiter von dort in die Zentrale nach Frankfurt geholt. Momentan sind noch etwa 1000 Commerzbanker in London.

Titelfoto: dpa/Boris Roessler (Symbolbild)


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0