Nach Zugriff wegen Terror-Plänen: Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft

Hamburg/Karlsruhe – In der schleswig-holsteinischen Ortschaft Meldorf bei Dithmarschen gab es am Mittwoch einen Großeinsatz der Polizei eine dreiköpfige, mutmaßliche Terrorgruppe festgenommen wurde (TAG24 berichtete).

Die mutmaßlichen Terroristen hatten sich bis zum Zugriff der Polizei in der kleinen Ortschaft Meldorf in Schleswig-Holstein versteckt.
Die mutmaßlichen Terroristen hatten sich bis zum Zugriff der Polizei in der kleinen Ortschaft Meldorf in Schleswig-Holstein versteckt.  © DPA

Zwei der drei wegen Terrorverdachts in Schleswig-Holstein festgenommenen Iraker sind noch am Mittwochabend in Untersuchungshaft gekommen.

Den beiden 23-Jährigen, Shahin F. und Hersh F., wird vorgeworfen, in Deutschland einen islamistisch motivierten Anschlag geplant zu haben.

Der 36 Jahre alte Rauf S., der bei den Anschlagsplanungen geholfen haben soll, werde im Laufe des Donnerstags dem Untersuchungsrichter beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgeführt, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft.

Rauf S. soll versucht haben, den beiden Männern eine Schusswaffe zu besorgen. Alle waren als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen.

Spezialkräfte der Polizei hatten die drei Männer am Mittwochmorgen im Kreis Dithmarschen festgenommen und ihre Wohnungen durchsucht.

Update, 17.54 Uhr: U-Haft für alle Verdächtigen

Beamte des Bundeskriminalamtes haben am Mittwochmorgen im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein drei Männer festgenommen, die einen Terroranschlag in Deutschland geplant haben sollen.
Beamte des Bundeskriminalamtes haben am Mittwochmorgen im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein drei Männer festgenommen, die einen Terroranschlag in Deutschland geplant haben sollen.

Alle drei beim Anti-Terror-Einsatz vom Mittwoch in Schleswig-Holstein festgenommenen Iraker sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft.

Die 23 Jahre alten Shahin F. und Hersh F., denen vorgeworfen wird, in Deutschland einen islamistisch motivierten Terroranschlag geplant zu haben, waren noch am Mittwoch dem Untersuchungsrichter beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgeführt worden.

Der 36 Jahre alte Rauf S., der bei den Anschlagsplanungen geholfen haben soll, folgte am Donnerstag, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte.

Nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft gibt es zwar Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aber keine Belege für einen Auftrag des IS oder eine Mitgliedschaft in der ausländischen terroristischen Vereinigung.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern gab es im Zuge der Ermittlungen eine Festnahme. Der ebenfalls aus dem Irak stammende und in Ludwigslust lebende Walid Khaled Y.Y. sei vorläufig festgenommen worden, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Schwerin sagte. Noch am Donnerstag wollte die Behörde entscheiden, ob sie bei Gericht einen Haftantrag stellt.

Laut Bundesanwaltschaft steht der 34-Jährige in Verdacht, eine Pistole vom Typ Makarov angeboten zu haben, die bei einem geplanten Anschlag benutzt werden sollte. Die Übergabe sei nicht zustande gekommen, weil den Interessenten der Preis von zunächst rund 1500 Euro und später 1200 Euro zu hoch gewesen sei.

Gegen Y.Y. wird wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Waffen- und das Betäubungsmittelgesetz ein gesondertes Ermittlungsverfahren geführt. Bei der Hausdurchsuchung in Ludwigslust fanden die Ermittler den Angaben zufolge keine Waffe.

Update, 18.03 Uhr: Identitäten unklar

Die Identität der drei mutmaßlichen Terroristen ist noch nicht abschließend geklärt. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Sicherheitskreisen erfuhr, gehen die Behörden zwar davon aus, dass die Männer wahrscheinlich Kurden sind und aus dem Irak stammen.

Sie sollen aber zum Teil falsche Angaben zu Namen und Alter gemacht haben. "Da gibt es einige Ungereimtheiten", hieß es.

Die Polizei hatte Anfang Dezember vom Bundesamt für Verfassungsschutz einen Hinweis auf die Männer erhalten.

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