Nach der Cyber-Attacke! So schützt Ihr Eure Daten

Wie schütze ich meinen Computer vor Cyber-Angriffen?
Wie schütze ich meinen Computer vor Cyber-Angriffen?

Sachsen - Am Freitag vor einer Woche legte der Computervirus WannaCry (zu Deutsch etwa: Man möchte weinen) mindestens 200.000 Rechner von Privatnutzern und Unternehmen in 150 Ländern lahm.

Wir erklären: Was macht der Virus mit meinem Rechner? Soll ich die erpresste Summe zahlen? Und wie schütze ich meinen Computer vor weiteren Cyber-Angriffen?


Was ist passiert? Durch den Computervirus mussten britische Praxen und Kliniken des nationalen Gesundheitsdienstes NHS geschlossen bleiben, Operationen verschoben werden. Auch US-Krankenhäuser, die Logistikunternehmen FedEx und Schenker sowie Telefónica Spanien wurden Opfer der Cyberattacke. Bei Renault wurden Fließbänder gestoppt. Bei der Deutschen Bahn fielen Anzeigetafeln aus. Schranken von Parkhäusern in Essen, Düsseldorf, Grevenbroich und Hagen blieben plötzlich offen.

Welchen Schaden verursacht WannaCry? Über eine Sicherheitslücke im Windows-Betriebssystem ist es bislang unbekannten Angreifern (vermutet werden Hacker aus Nordkorea) gelungen, alle Daten auf der Festplatte zu verschlüsseln. Der Bildschirm bleibt gesperrt (F.r.). Die Ransomware (Erpresserprogramm) fordert für einen Entsperr-Code umgerechnet rund 300 Euro - zahlbar in der anonymen Internetwährung Bitcoin.

Hier steckt der
Wurm drin:
Vorsicht, die Erpressersoftware

WannaCry tritt
als Lösegeldtrojaner
auch unter
den Namen WCry,
WanaCrypt oder
WanaCryptOr auf.
Hier steckt der Wurm drin: Vorsicht, die Erpressersoftware WannaCry tritt als Lösegeldtrojaner auch unter den Namen WCry, WanaCrypt oder WanaCryptOr auf.

Mich hat‘s auch erwischt. Soll ich zahlen? Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät, das Lösegeld auf keinen Fall zu bezahlen. Das würde die Kriminellen ermutigen, weiterzumachen. Bislang sollen sie 47 600 Euro durch den Lösegeldtrojaner eingenommen haben. Das Amt bittet zugleich alle, die sich WannaCry eingefangen haben, sich umgehend bei ihnen zu melden: www.bsi.bund.de

Wie konnte der Virus gestoppt werden? Ein britischer Programmierer fand zufällig einen Abschaltmechanismus im Quellcode des Virus’. Durch diesen „Notausschalter“ konnte WannaCry aufgehalten werden.

Wie kann ich meinen Computer schützen? Über den Windows-Menüpunkt „Windows Update“ die Software aktualisieren. Fatal: Einen Flicken (Patch) für die Angriffslücke für WannaCry hatte Microsoft dort bereits im März bereitgestellt, er wurde bei den meisten Nutzern automatisch geladen. Wer noch die älteren Versionen Windows Server 2003, Windows XP, 7 oder 8 nutzt, sollte dringend das spezielle Schutz-Update installieren. Download unter: bit.ly/windows-notfall

Verdächtige Mails nicht öffnen! Erpresser-Viren werden häufig als Anhänge in Spam-Mails verschickt. In solchen Mails wird man meist nicht persönlich angesprochen (nur „Lieber Nutzer...“ oder „Sehr geehrte Damen und Herren...“). Die Mails strotzen vor Rechtschreibfehlern, sind oft nur halbherzig aus fremden Sprachen übersetzt, wirken manchmal wirr. Am besten sofort löschen.

Regelmäßige Backups (Datensicherungen) anfertigen! Die sind am besten auf einer externen Festplatte aufgehoben. Damit sind nach einem Hacker-Angriff nicht alle Daten unwiderruflich verloren, können nach der Neuinstallation des Systems wieder aufgespielt werden.

* Antivirensoftware nutzen und regelmäßig aktualisieren. * Ist mit weiteren Attacken zu rechnen? Leider ja. Laut Viren-Spezialisten sei es Hackern gelungen, die Schadsoftware zu kopieren. Derzeit sollen bereits mehrere hundert modifizierte WannaCry-Varianten im Umlauf sein.


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