Drama! In "Nach der Hochzeit" kommt krasses Familiengeheimnis ans Licht!

Dresden - Unheil! "Nach der Hochzeit" von Regisseur Bart Freundlich "(Lieber verliebt") startet am 17. Oktober in den deutschen Kinos und sorgt für ein großes Drama!
Isabel (l., Michelle Williams) hängt an ihrem Ziehkind Jai (Vir Pachisia).
Isabel (l., Michelle Williams) hängt an ihrem Ziehkind Jai (Vir Pachisia).  © PR/Telepool 2019

Im Mittelpunkt steht Isabel (Michelle Williams), die in Indien ein Waisenhaus leitet und sich trotz geringer finanzieller Mittel rührend um die Kinder kümmert.

Besonders zu Jai (Vir Pachisia) hat sie eine enge Bindung. Als sie die Nachricht bekommt, dass sich in ihrer Heimat, den USA, ein Gönner gefunden hat, der ihnen eine Millionensumme spenden will, ist Isabel erst einmal skeptisch: Was hat diese Person davon?

Um das herauszufinden, fliegt sie nach New York und trifft sich dort mit Theresa Young (Julianne Moore), die eine Media-Placement-Firma aus dem Boden stampfte und zu einer der erfolgreichsten Firmen der Branche machte.

Theresa lädt Isabel zur Hochzeit ihrer Tochter Grace (Abby Quinn) und deren zukünftigem Mann Jonathan (Alex Esola) ein.

Isabel ist nicht gerade begeistert, weil sie so schnell wie möglich nach Indien zurück möchte.

Als sie auf der Hochzeit auch noch Theresas Mann Oscar (Billy Crudup) wiedertrifft, holt ein schlimmer Teil ihrer Vergangenheit sie ein...

Julianne Moore und Michelle Williams rocken "Nach der Hochzeit"

Die Freude wird den Brauteltern Oscar (l., Billy Crudup) und Theresa (Julianne Moore) bald vergehen.
Die Freude wird den Brauteltern Oscar (l., Billy Crudup) und Theresa (Julianne Moore) bald vergehen.  © PR/Telepool 2019

Diese Geschichte hat Freundlich sehr gut umgesetzt. An das gleichnamige und großartige dänische Original aus dem Jahr 2006 von "Oscar"-Preisträgerin Susanne Bier ("In einer besseren Welt"), in der Hauptrolle prominent mit Mads Mikkelsen ("James Bond: Casino Royale") besetzt, kommt das Remake allerdings bei weitem nicht heran.

Dafür ist es schlichtweg nicht gut genug ausbalanciert. Stattdessen schlittern die Protagonisten von einem Drama ins nächste, sodass sich deren Wirkung im Verlauf der 110 Minuten etwas abnutzt.

Dennoch ist "Nach der Hochzeit" ein grundsolides Werk geworden. Das liegt auch an den starken Leistungen der Schauspieler: Allen voran Moore ("Still Alice") und Williams ("Manchester By The Sea") verleihen ihren Charakteren eine mehrdimensionale Tiefe, sodass man trotz der Schwächen in Schnitt und Drehbuch mit ihnen mitfiebert und ihre Beweggründe nachvollziehen kann.

In einer Szene bekommt Moores Figur beispielsweise einen unaufhaltsamen Heulkrampf, den die "Oscar"-Gewinnerin so authentisch darstellt, dass sie die Zuschauer aufgewühlt und bewegt zurücklässt. In diesem Moment hätte man im Saal der Berliner Pressevorführung eine Stecknadel fallen hören können, so leise war es.

Emotionale Achterbahnfahrt: "Nach der Hochzeit" bewegt trotz einiger Schwächen

Theresa Young (Julianne Moore) macht eine schwere Phase durch.
Theresa Young (Julianne Moore) macht eine schwere Phase durch.  © PR/Telepool 2019

Dank ihr, Williams und auch Crudup ("Watchmen: Die Wächter") gelingt es "Nach der Hochzeit", ein durchgehend fesselndes Drama zu sein, das wichtige Fragen zur Endlichkeit des Lebens, innerer Zerrissenheit, alles verändernden Entscheidungen behandelt und beantwortet und darüber auch berührende Momente entwickeln kann und deshalb für intelligente Unterhaltung sorgt.

Durch den kraftvollen Ansatz der Geschichte wird man trotz der mitunter etwas unrunden Dramaturgie in den Film hineingezogen und erlebt eine emotionale Achterbahnfahrt, weil Freundlich viele glaubwürdige Szenen in sein Werk eingearbeitet hat.

Außerdem sorgen einige überraschende Änderungen und Wendungen dafür, dass auch Kenner des Originals nicht jede Sequenz vorhersehen können.

Weitere positive Aspekte sind die abwechslungsreichen Locations, die stimmige Musikuntermalung, die ruhige Kameraführung und die exzellent ausgesuchten Kostüme, die den Figuren noch mehr Charakter verleihen.

Daher ist "Nach der Hochzeit" ein interessanter, gutklassiger Film geworden, der an die herausragende Qualität des "Oscar"-nominierten Originals zwar nicht ganz herankommt, dank der starken Schauspieler, der kraftvollen Geschichte und der weisen Botschaften aber ein sehenswertes Familiendrama geworden ist.

Von links: Isabel (Michelle Williams), das Brautpaar Grace (Abby Quinn) und Jonathan (Alex Esola) sowie deren Eltern Oscar (Billy Crudup) und Theresa Young (Julianne Moore) lassen sich während der Hochzeit gemeinsam fotografieren.
Von links: Isabel (Michelle Williams), das Brautpaar Grace (Abby Quinn) und Jonathan (Alex Esola) sowie deren Eltern Oscar (Billy Crudup) und Theresa Young (Julianne Moore) lassen sich während der Hochzeit gemeinsam fotografieren.  © PR/Telepool 2019

Titelfoto: PR/Telepool 2019

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