Nach emotionaler Diskussion: Stadt beteiligt sich an HCL-Rettung!

Norman Rentsch und sein Team können aufatmen: Die Stadt Leipzig beteiligt sich an der Rettung des klammen HC Leipzig.
Norman Rentsch und sein Team können aufatmen: Die Stadt Leipzig beteiligt sich an der Rettung des klammen HC Leipzig.  © DPA

Leipzig - Die Stadt unterstützt den vor der Pleite stehenden HC Leipzig mit 200.000 Euro! Vor der Entscheidung über die Finanzspritze lieferten sich die Befürworter und Gegner im Stadtrat einen harten Schlagabtausch.

Die städtische Finanzspritze für den klammen Bundesligisten war seit Wochen heftig diskutiert worden.

Zum Showdown im Stadtrat waren auch Spielerinnen des HCL und ihr Trainer Norman Rentsch gekommen. Sie sahen, wie der Stadtrat den Zuschuss in Höhe von 200.000 Euro mit knapper Mehrheit genehmigte.

Zuletzt hatte die CDU beantragt, mit den 200.000 Euro lieber alle Sportvereine in Leipzig zu unterstützen. Einen Zuschuss für die Rettung des HCL lehnte die CDU-Fraktion strikt ab (TAG24 berichtete).

Auch bei der Diskussion im Stadtrat wich CDU-Fraktionschef Frank Tornau keinen Meter von diesem Standpunkt ab. Ihm fehle der Glauben daran, dass mit einer Zuwendung von 200.000 Euro durch Steuergelder der Verein gerettet werde, erklärte er. Stattdessen komme es ihm so vor, als werfe man Geld in ein Fass ohne Boden.

Das wollte Linken-Stadträtin Margitta Hollick als eine der Unterstützerinnen der HCL-Rettung so nicht stehen lassen. Sie bezeichnete die CDU-Forderung, das Geld lieber allen Vereinen zu widmen, als zynisch. Hollick wies darauf hin, dass man angesichts der Gehälter beziehungsweise Aufwandsentschädigungen für die Spielerinnen nicht von Profisport sprechen könne.

Stadträtin Naomi-Pia Witte erklärte, man müsse darüber nachdenken, ob nicht schon Konkursverschleppung vorliege. Der Verein sei ausgeblutet an Spielerinnen, und Experten hielten es für fraglich, ob sich der HCL noch lange in der Bundesliga halten könne.

Sie nannte als Argument gegen die Finanzspritze, dass eine Insolvenz für den HCL auch eine Chance für einen Neuaufbau sei. Schicke man den Klub jetzt über die Insolvenz in die dritte Liga, habe er die Chance, über einen sportlichen Neuaufbau wieder aufzusteigen. Diese Idee verwies Margitta Hollick allerdings in das Reich der Fabeln. Es gebe kein Beispiel, dass ein Verein, der in die dritte Liga abgestiegen sei, es wieder nach oben geschafft habe.

Die Befürworter der städtischen Finanzspritze für den HCL beharrten aber auch auf die Voraussetzungen für die Zahlung der 200.000 Euro. So muss die HC Leipzig Bundesliga GmbH erst einmal ihren Rettungsplan vorantreiben, damit die Stadt das Geld überweist. Unter anderem muss der Handball-Bundesligist eine Million Euro selbst auftreiben, um die Voraussetzungen zu erfüllen.


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