Nach Entführung in Berlin: Tschechien liefert mutmaßlichen Mittäter aus

Die Bundesregierung geht davon aus, dass der vietnamesische Geheimdienst und die Botschaft des Landes an der Verschleppung des Ex-Funktionärs der Kommunistischen Partei beteiligt waren.
Die Bundesregierung geht davon aus, dass der vietnamesische Geheimdienst und die Botschaft des Landes an der Verschleppung des Ex-Funktionärs der Kommunistischen Partei beteiligt waren.  © Privat/DPA (Symbolbild)

Prag - Nach der spektakulären Entführung eines vietnamesischen Geschäftsmanns in Berlin liefert Tschechien einen mutmaßlichen Mittäter an Deutschland aus.

Das Amtsgericht in Prag habe der Überstellung aufgrund eines europäischen Haftbefehls zugestimmt, sagte eine Sprecherin am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur und bestätigte damit einen Bericht der Agentur CTK. Die Übergabe sollte demnach noch im Laufe des Tages erfolgen.

Der Vietnamese mit Wohnsitz in Tschechien sei bereits am 12. August festgenommen worden. Ihm werde geheimdienstliche Agententätigkeit auf dem Gebiet der Bundesrepublik vorgeworfen, ihm drohe eine mehrjährige Haftstrafe. Er soll an der Entführung des vietnamesischen Geschäftsmanns Trinh Xuan Thanh beteiligt gewesen sein. Dieser war offenbar am 23. Juli in Berlin in ein Auto gezerrt und nach Hanoi verschleppt worden, wie TAG24 berichtete.

Die Bundesregierung geht davon aus, dass Vietnam hinter der Verschleppung des Ex-Funktionärs der Kommunistischen Staatspartei steht. Thanh wird in seinem Heimatland beschuldigt, für Verluste einer Tochterfirma des staatlichen Ölkonzerns PetroVietnam in Millionenhöhe verantwortlich zu sein. Ihm droht schlimmstenfalls die Todesstrafe.

In Deutschland hatte Trinh Xuan Thanh einen Asylantrag gestellt.

Titelfoto: Privat/DPA (Symbolbild)


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