Nach Explosion in Beirut: Rund 80.000 Kinder obdachlos, Zahl der Toten steigt

Beirut - Infolge der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut sind nach UN-Angaben auch rund 80.000 Kinder obdachlos geworden.

Russische Sanitäter untersuchen die Wunden von Hussein, einem sechsjährigen syrischen Jungen, der bei der Explosion am 4. August im Hafen von Beirut durch Glassplitter verletzt wurde.
Russische Sanitäter untersuchen die Wunden von Hussein, einem sechsjährigen syrischen Jungen, der bei der Explosion am 4. August im Hafen von Beirut durch Glassplitter verletzt wurde.  © Marwan Naamani/dpa

Die heftige Detonation habe deren Zuhause zerstört, sagte die Sprecherin des UN-Kinderhilfswerks Unicef, Marixie Mercado, am Freitag in Genf. 

Viele Haushalte hätten nur noch begrenzt Wasser und Strom. Zudem gebe es Berichte, dass mehr als 120 Schulen beschädigt worden seien. 

Beiruts Gouverneur hatte erklärt, durch die Explosion könnten in Libanons Hauptstadt bis zu 250.000 Menschen obdachlos geworden sein.

Die Zahl der Toten stieg drei Tage nach der Katastrophe auf 154, wie ein Sprecher des libanesischen Gesundheitsministeriums der Deutschen Presse-Agentur erklärte. 

Wegen der vielen Schwerverletzten auf Intensivstationen wird die Zahl der Verstorbenen wahrscheinlich weiter steigen. Rund 5000 Menschen waren bei der Detonation verletzt worden.

Coronavirus könnte sich in Beirut nun besonders schnell verbreiten

Bei der Explosion wurde nicht nur der Hafen zerstört. Auch große Teile der Stadt haben durch die Wucht der Detonation Schaden genommen, dadurch sind Hunderttausende Menschen obdachlos geworden.
Bei der Explosion wurde nicht nur der Hafen zerstört. Auch große Teile der Stadt haben durch die Wucht der Detonation Schaden genommen, dadurch sind Hunderttausende Menschen obdachlos geworden.  © Thibault Camus/AP/dpa

Hilfsorganisationen warnen zudem, die Kliniken in Beirut seien völlig überfüllt und überlastet. 

Die häufigsten Verletzungen seien komplizierte Brüche, Verbrennungen und Wunden durch Glassplitter, erklärte die Organisation Handicap International. Oft seien Gliedmaßen verletzt und müssten amputiert werden.

Durch die Explosionen sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) Kliniken mit insgesamt rund 500 Betten beschädigt worden. 

Besondere Sorge bereite die Gefahr, dass sich das Coronavirus unter den gegebenen Umständen nun besonders leicht ausbreiten könne. 

17 Container der WHO mit wichtigem Material zur Corona-Bekämpfung wie Schutzausrüstung seien zerstört worden, sagte ein WHO-Sprecher.

Titelfoto: Marwan Naamani/dpa

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