Nach Freispruch: Ex-Zweitliga-Kicker Naki auf einmal doch verurteilt!

Nach dem Freispruch Anfang November 2016 sprach Deniz Naki zur Presse.
Nach dem Freispruch Anfang November 2016 sprach Deniz Naki zur Presse.  © DPA

Istanbul - Der Fußballprofi und ehemalige SCP-Spieler Deniz Naki ist im südosttürkischen Diyarbakir wegen "Terrorpropaganda" zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr, sechs Monaten und 22 Tagen verurteilt worden.

Die Bewährungszeit betrage fünf Jahre, sagte Nakis Anwalt Soran Haldi Mizrak. In dieser Zeit dürfe Naki sich nichts zuschulden kommen lassen. Haldi Mizrak kritisierte die Entscheidung zudem als "willkürlich".

Anfang November war Naki zunächst in erster Instanz vom Vorwurf der Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK freigesprochen worden (TAG24 berichtete). Im Februar ging die Staatsanwaltschaft jedoch in Revision und Naki musste sich erneut vor Gericht verantworten.

Hintergrund des Verfahrens sind Twitter- und Facebook-Nachrichten Nakis, in denen er unter anderem das Vorgehen des türkischen Militärs im kurdisch geprägten Südosten des Landes kritisierte. Der Bild sagte Naki: "Ich werde weiter den Mund aufmachen, wenn ich Menschen Not leiden sehe." Das Urteil finde er "natürlich scheiße."

Kurios an der ganzen Sache ist, dass genau der Richter, der ihn vor einigen Monaten noch freisprach, Naki jetzt zu der Bewährungsstrafe verurteilte.

Özcan Mutlu, Sportpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, sagte, der Fall Naki zeige, dass jeder Regierungskritiker in der Türkei mit dem Schlimmsten rechnen müsse. Alleine, dass das Verfahren wieder aufgerollt worden sei, sei eine "Farce und eine Schande für die türkische Justiz".

Naki war Spieler des FC St. Pauli und des SC Paderborn und spielt aktuell für den Verein Amed SK aus der Kurdenmetropole Diyarbakir.

Titelfoto: DPA


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