Nach Havarie der "No. 5 Elbe": Kann das historische Segelschiff erneut gerettet werden?

Hamburg/Stade - Nach der Kollision des historischen Segelschiffs "No. 5 Elbe" und einem Containerschiff mit mehreren Verletzten am Samstag, wird nun über eine mögliche Bergung und erneute Sanierung diskutiert.

Das gesunkene historische Segelschiff "No. 5 Elbe" ragt in der Nacht nach dem Unfall im Hafen von Stadersand bei sinkendem Wasserstand aus dem Wasser.
Das gesunkene historische Segelschiff "No. 5 Elbe" ragt in der Nacht nach dem Unfall im Hafen von Stadersand bei sinkendem Wasserstand aus dem Wasser.  © Bodo Marks/dpa

Bei dem Crash des Traditionsschiffs mit einem Frachter (TAG24 berichtete) waren am Samstagnachmittag acht Menschen verletzt worden.

Unter den Leichtverletzten seien auch zwei Kinder, teilte die Hamburger Polizei am Sonntag mit.

Zunächst war von fünf Verletzten die Rede gewesen. Der Lotsenschoner war mit Passagieren unterwegs auf einer Ausflugsfahrt.

Das historische Holzschiff war am Samstag gegen 14.30 Uhr ungefähr auf Höhe Stadersand auf der Elbe mit dem 141 Meter langen Containerschiff "Astrosprinter" zusammengestoßen, das unter zypriotischer Flagge in Richtung Nordsee unterwegs war.

Wie genau es zu dem Unfall kam, darüber konnte die Polizei bislang noch keine Auskunft geben.

Die 43 Passagiere und Besatzungsmitglieder waren nach der Kollision von DLRG und Feuerwehr aufgenommen worden.

Das Schiff sank, während es zum Ufer geschleppt werden sollte und liegt nun in der Mündung des kleinen Flusses Schwinge. Es wurde von der Feuerwehr über Nacht mit Ölsperren versehen und beleuchtet, damit es nicht noch einmal vom Schiffsverkehr gerammt wird.

Kann die "No. 5 Elbe" noch einmal restauriert werden?

So prachtvoll sieht der am Samstag in Stade bei Hamburg havarierte Lotsenschoner eigentlich aus.
So prachtvoll sieht der am Samstag in Stade bei Hamburg havarierte Lotsenschoner eigentlich aus.  © Wikipedia/Lotsenschoner No 5 Elbe/Nordevent GmbH

Der Lotsenschoner von 1883 war erst Ende Mai nach einer aufwendigen Restaurierung für rund 1,5 Millionen Euro in den Hamburger Hafen zurückgekehrt. Fraglich ist nun, wie es geborgen und ob es erneut saniert werden kann.

Ein Restaurator des Schiffes glaubt, es gebe noch eine Chance, das Schiff nach der Bergung erhalten zu können, berichtet der NDR.

Dafür müssten allerdings zunächst der durch den Unfall entstandene Schaden und mögliche Schäden durch die noch ausstehende Bergung an dem Schiff begutachtet werden.

Weiter wird berichtet, dass das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Hamburg mitgeteilt hätte, dass die Eigentümer der "No. 5 Elbe" nun aufgefordert worden seinen, ein mögliches Vorgehen für eine Bergung vorzulegen.

Das Schiff könnte laut der Sprecherin des Amts mit einem Schwimmkran oder auch von Land aus geborgen werden. Ein genaues Vorgehen bleibt vorerst unklar.

Aufgrund des langen Pfingstwochenendes werde das Schiff wohl noch bis Mittwoch im Wasser liegen bleiben, hieß es abschließend.

Die Feuerwehr zeigt die dramatischen Unfallbilder im Netz

Update, 15.58 Uhr: Taucher begutachten havariertes Schiff

DLRG-Mitarbeiter sichern Material auf dem gesunkenen historischen Segelschiff "No. 5 Elbe", das beim Einsatz am Vortag noch auf dem Schiff verblieben war.
DLRG-Mitarbeiter sichern Material auf dem gesunkenen historischen Segelschiff "No. 5 Elbe", das beim Einsatz am Vortag noch auf dem Schiff verblieben war.  © Bodo Marks/dpa

Für die Freunde historischer Schiffe ist es ein Drama: Kurz nach einer teuren Generalüberholung ist der 136 Jahre alte Lotsenschoner "No 5 Elbe" gesunken und auch einen Tag nach der Havarie ist immer noch nicht klar, wie es weitergeht.

Um die Lage des Schiffs möglichst schnell zu begutachten, haben am Sonntagnachmittag Taucher begonnen, die Beschaffenheit des Schiffs und die Bergungslage zu erkunden. Der Förderverein des Schiffs, Restaurateure und viele Hamburger hatte der Unfall sehr betroffen gemacht.

Der Grund: Der 37 Meter lange Gaffelschoner ist Hamburgs letztes verbliebenes Seeschiff aus der Ära des Holzschiffbaus. Er lief 1883 auf der Werft von H.C. Stülcken auf Steinwerder vom Stapel. 2002 erwarb die Stiftung Hamburg Maritim das Schiff in Seattle und brachte es wieder zurück nach Hamburg. Zuletzt lag es acht Monate in einer dänischen Werft und erhielt unter anderem neue Außenplanken und einen neuen Achtersteven.

In Hamburg nahm das Traditionsschiff an Veranstaltungen wie dem Hafengeburtstag teil und wurde für Ausfahrten genutzt. Bei einer dieser Ausfahrten ereignete sich am Samstag der schlimme Unfall, den die Taucher nun genauer untersuchen.

DLRG-Mitarbeiter sind auf dem gesunkenen historischen Segelschiff im Einsatz.
DLRG-Mitarbeiter sind auf dem gesunkenen historischen Segelschiff im Einsatz.  © Bodo Marks/dpa

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