Nach Mobbing-Skandal an Berliner Schule: Jetzt melden sich Auschwitz-Überlebende wütend zu Wort

Berlin - Das Internationale Auschwitz Komitee hat die antisemitischen Vorfälle an einer Berliner Schule (TAG24 berichtete) scharf kritisiert.

Die John-F.-Kennedy Schule in Berlin-Zehlendorf (Archivbild).
Die John-F.-Kennedy Schule in Berlin-Zehlendorf (Archivbild).  © DPA

Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz reagierten mit Empörung auf die Berichte über das antisemitische Mobbing eines Neuntklässlers an der John-F.-Kennedy Schule, teilte die Organisation am Freitag mit.

Der geschäftsführende Vizepräsident des Komitees, Christoph Heubner, übte scharfe Kritik an der Schulleitung: "Besonders empörend für die Auschwitz-Überlebenden ist die völlige pädagogische und politische Unfähigkeit der beteiligten Schuldirektion, die wieder einmal über Monate nichts merkt."

Heubner sprach mit Blick auf die antisemitische Diskriminierung im Umfeld der elitären Schule von einer "völlig neuen Dimension des alltäglichen Antisemitismus". "Es offenbart sich ein Ausmaß der Verrohung, das weit über die bisher widerstrebend eingestandenen Konflikterfahrungen mit dem alltäglichen antisemitschen Hass an Schulen in Deutschland hinausgeht."

Wie lange der jüdische Schüler vorher von Schulkameraden drangsaliert und beleidigt worden sei, könne er nicht sagen, hatte der Leiter der Oberschulsparte, Steffen Schulz, am Donnerstag erklärt.

Die Leitung der deutsch-amerikanischen Kennedy-Schule erfuhr nach eigenen Angaben am 7. Juni vom Fall des 15-Jährigen, der durch antisemitisches Mobbing durch Mitschüler wohl tiefe seelische Verletzungen davontrug.


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