Nach mysteriöser Explosion in der Neustadt: Spur führt zur autonomen Szene

Im Inneren des Gebäudes ging einiges zu Bruch.
Im Inneren des Gebäudes ging einiges zu Bruch.  © Ove Landgraf

Dresden/Berlin - Nach einer Explosion in einem leerstehenden Wohnhaus in der Dresdner Neustadt (TAG24 berichtete) prüfen die Ermittler eine mögliche Spur zur autonomen Szene in Berlin.

Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe. Das sächsische Landeskriminalamt war für eine Anfrage am Samstag zunächst nicht erreichbar.

Bei der Detonation waren am vergangenen Dienstag mehrere Wände eingestürzt, parkende Autos wurden beschädigt. Laut "Spiegel" ist der Eigentümer der Immobilie auf der Theresienstraße die Berliner CG-Gruppe, die in Dresden für 85 Millionen Euro das Projekt Königshöfe plant.

In Berlin wurden die Gruppe und ihre Partner mehrfach Opfer von Anschlägen, die autonomen Zellen zugeordnet werden, hieß es. Die CG wolle in Berlin in der Rigaer Straße bauen, in der Autonome ein Haus besetzt halten.

Christoph Gröner, Chef der CG-Gruppe, hatte TAG24 bereits vor einigen Wochen bestätigt, auch persönlich von schwarz vermummten "Halbstarken" in Berlin bedroht worden zu sein. Gröner hatte sich davon nicht einschüchtern lassen und plant weiterhin seine Wohnprojekte in Berlin, Leipzig und Dresden.

Laut dem Bericht haben Sprengstoffexperten des Landeskriminalamtes den Sprengsatz untersucht, der in Dresden explodiert war. Sie gehen demnach davon aus, dass die Ladung aus den Inhaltsstoffen sogenannter Polenböller gebaut und offenbar per Funk gezündet wurde.

Die Beamten würden den Vorfall als besorgniserregend einstufen, da man eine derartige Sprengkraft bei vergleichbaren Fällen noch nicht gesehen habe.

Neben der Spur nach Berlin gehen die Ermittler auch der These nach, dass womöglich eine bisher unbekannte Gruppe in dem Haus einen Sprengversuch unternommen hat.

Auch Wagen, die im Umkreis standen, wurden durch umherfliegende Teile beschädigt.
Auch Wagen, die im Umkreis standen, wurden durch umherfliegende Teile beschädigt.  © Ove Landgraf
Untersuchungen müssen nun ergeben, ob es eine Verbindung zur linksautonomen Szene in Berlin gibt.
Untersuchungen müssen nun ergeben, ob es eine Verbindung zur linksautonomen Szene in Berlin gibt.  © Ove Landgraf

Titelfoto: Ove Landgraf


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