Nach Nazi-Skandal: Droht Aue sogar Punktabzug?

Dieses Plakat könnte für Aue teuer werden.
Dieses Plakat könnte für Aue teuer werden.

Aue - Nach Nazi-Vergleichen seiner Fans droht dem FC Erzgebirge Aue eine empfindliche Strafe.

Der Kontrollausschuss des DFB nahm bereits Ermittlungen auf. In der MDR-Sendung "Sport im Osten" wurde am Samstag berichtet, dass die Erzgebirger mit erheblich drastischeren Sanktionen als nur einer Geldbuße rechnen müssen.

In der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB ist unter Paragraf 9 geregelt, dass Vereine, deren Anhänger die Menschenwürde einer Person durch herabwürdigende, diskriminierende oder verunglimpfende Äußerungen verletzen, mit einer Geldstrafe zwischen 18.000 Euro und 150.000 Euro belegt werden können.

In schwerwiegenden Fällen drohen außerdem die Austragung eines Spiels unter Ausschluss der Öffentlichkeit und die Aberkennung von Punkten. Für die abstiegsbedrohten Auer wäre dieses Strafmaß fatal.

Strafmildernd könnte sich für den FCE auswirken, dass die Veilchen-Fans in der 2. Bundesliga bislang kaum auffällig geworden sind.

Auch dieses Transparent sorgt für Zündstoff.
Auch dieses Transparent sorgt für Zündstoff.

Beim Sachsen-Duell am Freitagabend hatten Auer Fans ein Plakat hochgehalten, auf dem Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz als Nazi dargestellt wurde. Mateschitz und seine Firma stehen hinter dem Projekt RB Leipzig, was bei Fans deutschlandweit kritisch gesehen wird.

Außerdem stand auf drei Plakaten verteilt: „Ein Österreicher ruft und Ihr folgt blind, wo das endet weiß jedes Kind. Ihr wärt gute Nazis gewesen“.

„Der DFB verurteilt diesen Vorfall“, sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch. „Nazi-Vergleiche sind unter keinen Umständen zu tolerieren. Wir erwarten nun von Erzgebirge Aue, dass der Verein diese Vorgänge umgehend und lückenlos aufklärt und die Verantwortlichen ermittelt.“

FCE-Boss Helge Leonhardt (li.) und Trainer Tommy Stipic diskutieren über die Vorfälle vom Freitag.
FCE-Boss Helge Leonhardt (li.) und Trainer Tommy Stipic diskutieren über die Vorfälle vom Freitag.

Der Verein hat die Möglichkeit, die Anhänger zu identifizieren und mit Stadionverboten zu belegen. Ein Großteil der Gesichter sind auf Fotos gut zu erkennen.

Aue-Präsident Helge Leonhardt hatte sich bei RB Leipzig entschuldigt. „Mit Leuten, die Plakate und Banner mit derart verabscheuungswürdigen Inhalten in unser Stadion bringen und zeigen, wollen wir nichts zu tun haben“, betonte Leonhardt.

Nach MOPO24-Informationen ist für Montag ein Treffen zwischen der Vereinsspitze und Fan-Vertretern geplant. Dann soll über den Umgang mit den Fans beraten werden. Das Verhalten könne und wolle die Clubführung nicht tolerieren.

Bis dahin sollte es keine Stellungnahmen, weder vom Verein, noch von der Fanvertretung geben. Ähnlich sieht es auch bei RB Leipzig aus. Erst nach einer internen Auswertung am Montag werde Stellung genommen, hieß es.

Ordner mussten Auer Fans aus dem Innenraum zurückdrängen.
Ordner mussten Auer Fans aus dem Innenraum zurückdrängen.

Bei den Auer Fans rief die Aktion unterschiedliche Reaktionen hervor. Der Fanclub „Sauberger Kommando“ schrieb etwa auf seiner Facebook-Seite: „Ihr Deppen habt unserem Verein wieder einmal geschadet! Ihr seid KEINE Aue-Fans!“.

Allerdings betonten zahlreiche Anhänger, dass es sich bei den Plakaten nur um Satire gehandelt habe.

Erschwerend für Aue kommt hinzu, dass nach dem Abpfiff Fans die im Stadion auslaufenden Leipziger mit Schnee und Eis beworfen hatten.

Einige Anhänger versuchten auch in den Innenraum des Stadions zu gelangen, wurden von Ordnern aber zurückgehalten. RB Leipzig musste das Auslaufen abbrechen.

Fotos: Worbser, Picture Point


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