Gysi zeigt Nacktfotos, weil Rathaus sich nicht traut

Gregor Gysi zeigt eine der Nacktbilder, die im Rathaus Köpenick für so viel Aufregung gesorgt hatten.
Gregor Gysi zeigt eine der Nacktbilder, die im Rathaus Köpenick für so viel Aufregung gesorgt hatten.  © DPA

Berlin – Aktfotos, deren Ausstellung in den Räumen des Rathauses von Berlin-Köpenick für Streit gesorgt hatte, sind nun im Wahlkreisbüro von Gregor Gysi zu sehen. Der Linke-Politiker sagte zu Ausstellungsbeginn am Dienstag: "Die Eröffnung der Ausstellung war ein Gebot für die Freiheit der Kunst."

Die Bezirksregierung wollte die Nacktaufnahmen von anderen Bildern trennen, um Besucher des Rathauses, darunter auch muslimischen Glaubens, nicht zu belästigen.

Das Argument sei inakzeptabel, sagte Gysi bei der Eröffnung: "Erstens ist der Besuch einer Ausstellung freiwillig und zweitens hat man in einem anderen Land die dort herrschende Kunst und Kultur zu respektieren und darf und soll sie um eigene kulturelle Vorstellungen erweitern, bereichern, aber niemals einschränken." Er habe jedoch keine dieser Beschwerden selbst gesehen, betonte Gysi.

Bis Ende Juni werden in seinem Büro 36 von rund 400 Fotos, davon 4 Akte, der Gesellschaft für Fotografie gezeigt, die im Rahmen einer jährlichen Ausstellung im Rathaus Köpenick hätte stattfinden sollen. Nach einem Streit um die vereinzelten Aktbilder hatten die Fotografen die gesamte Schau abgesagt.

Bereits 2016 gab es Streit um zwei Aktfotos in dem Rathaus, die während der Ausstellung abgehängt wurden. Damals hieß es, es hätten sich Mitarbeiter und Besucher beschwert.

Gregor Gysi gab den Bildern Kunst-Asyl.
Gregor Gysi gab den Bildern Kunst-Asyl.  © DPA