Nach Redan-Transfer: Herthas Sturm trotzdem weiter unteres Liga-Mittelmaß?

Berlin - Stürmer-Krise in Berlin? In der abgelaufenen Spielzeit stellte Hertha BSC die siebt-schlechteste Offensive der Liga dar. Sturm-Hoffnung Selke wartet seit zwei Jahren vergeblich auf den endgültigen Durchbruch, Kalou und Ibisevic werden auch nicht jünger. Daher stellt sich die Frage: Ist Herthas Angriff in der kommenden Saison bundesligareif?

In der abgelaufenen Spielzeit stellte Hertha BSC die siebtschlechteste Offensive der Liga dar.
In der abgelaufenen Spielzeit stellte Hertha BSC die siebtschlechteste Offensive der Liga dar.  © dpa/Soeren Stache

Mit der Verpflichtung von Daishwan Redan (18) investiert Hertha BSC in die sportliche Zukunft. Das 18 Jahre alte Holland-Juwel soll langsam an Profi-Team herangeführt werden und im möglicherweise im nächsten Jahr (2020) die altbewährten Stürmer Vedad Ibisevic (34) und Salomon Kalou (33) ersetzen.

In Addition kommen beide Angreifer auf 18 Buden in der abgelaufenen Spielzeit. Tore, die Hertha auch in diesem Jahr benötigt, denn seit Jahren kann die Offensive der Berliner nicht wirklich überzeugen.

Abhilfe sollte eigentlich DFB-Sturmhoffnung Davie Selke (24) schaffen, der 2017 von RB Leipzig nach Berlin wechselte. Der 1,94 m große Angreifer erzielte in 57 Bundesliga-Spielen magere 13 Tore. Zu wenig für den endgültigen Durchbruch und die erhoffte Berufung in die Nationalmannschaft.

Bezeichnend: Spielmacher Ondrej Duda und Mittelfeldstratege (24) war mit elf Toren bester Knipser der letzten Saison, die der Hauptstadtclub auf Platz elf beendete.

Die Mannschaft von Ex-Trainer Pal Dardai (43) bildete die siebt-schlechteste Offensive der Liga. Damit sich unter der Leitung des neuen Trainers Ante Covic (43) die Ausbeute verbessert, will der gebürtige Berliner seiner Truppe einen neuen Spielstil implizieren.

Weg vom Sicherheitsgedanken, hin zum mutigen Offensiv-Fußball - Als taktisches Vorbild dient Kloppos FC Liverpool, der mit einem 4-3-3-System sensationell die Champions League gewann. Covic-Assistent Harald Gämperle (51) bewertet: "Jeder schaut gerne offensiven Fußball. Das versuchen wir unseren Spielern zu vermitteln."

Will seiner Mannschaft einen neuen Spielstil implizieren: Hertha-Trainer Ante Covic.
Will seiner Mannschaft einen neuen Spielstil implizieren: Hertha-Trainer Ante Covic.

Profitieren soll vor allem das Berliner Publikum, die in den letzten Jahren fußballerische Magerkost zu sehen bekam.

Unter Ex-Coach Dardai war oberste Prämisse: Hinten sicher stehen, vorne die wenigen Chancen optimal nutzen. Dieser taktische Weg führte dennoch 2017 in die Europa-League.

Künftig will der Hauptstadtclub öfters aus den Regionen der internationalen Plätze grüßen. Helfen soll dabei der Geldregen von Investor Lars Windhorst, der Hertha neuen finanziellen Spielraum bietet.

Von diesem Investment flossen die ersten Taler in die Verpflichtung von Daishawn Redan, einem Offensiv-Talent aus dem Nachwuchs vom FC Chelsea, der in dieser Spielzeit Praxis in der U23 Regionalliga-Reserve sammeln soll.

Michael Preetz (51) bewertet: "Daishawn ist schnell, laufstark und passt perfekt in unser Anforderungsprofil. Er hat großes Entwicklungspotential."

In einem Jahr wird Redan in große Fußstapfen treten müssen, denn im Sommer 2020 laufen die Verträge von Kalou und Ibisevic aus. Der Stürmer selbst glaubt an seine Chance in Berlin: "Ich möchte mich bei den Profis durchsetzen und in der Bundesliga spielen."

Mehr zum Thema Hertha BSC:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0