Nach Rettungseinsatz in Leipziger Kita: Jetzt steht der Grund der Erkrankung fest

Leipzig - Letzte Woche Montag wurden Rettungskräfte in einen Kindergarten im Leipziger Süden gerufen. Mehrere Kinder hatten nach dem Frühstück im "Kinderhaus am Agrapark" erbrochen, über Unwohlsein und Durchfall geklagt. Nun scheint der Grund gefunden worden zu sein.

Mitarbeiter der Kriminalpolizei wurden ebenso wie Rettungsdienst und Gesundheitsamt am 8. April in die Kita im Leipziger Süden gerufen.
Mitarbeiter der Kriminalpolizei wurden ebenso wie Rettungsdienst und Gesundheitsamt am 8. April in die Kita im Leipziger Süden gerufen.  © Nico Zeißler

Sieben Kinder mit derartigen Symptomen hatten die Betreuer in der zehnköpfigen Gruppe gezählt. Etwa zwei Stunden nach dem gemeinsamen Frühstück wurde es den Krippenkindern im Alter zwischen zwei und drei Jahren übel, sie waren müde und wirkten apathisch, waren teilweise wie abwesend (TAG24 berichtete). Fünf von ihnen wurden zur Behandlung in das Robert-Koch-Klinikum nach Grünau gebracht.

Bei drei Kindern waren keine Symptome festzustellen. Wie sich im Zuge der Ermittlungen des Gesundheitsamtes herausstellte, hatte eben dieses Trio keine Milch aus einem Tetra-Pack getrunken - im Gegensatz zu den restlichen sieben.

"Es ist zu vermuten, dass ein bereits offener Tetra-Pack aus der Gesamtpackung zum Frühstück mit angeboten wurde, wobei nicht mehr nachzuvollziehen ist, wann der Originalverschluss dieser Einzel-Packung H-Milch geöffnet wurde", teilten Gesundheits- sowie Lebensmittelaufsichtsamt am Mittwoch mit.

Offenbar Giftstoffe in H-Milch

Betroffen war das "Kinderhaus am Agrapark" im Stadtteil Dölitz-Dösen.
Betroffen war das "Kinderhaus am Agrapark" im Stadtteil Dölitz-Dösen.  © Nico Zeißler

Die Eltern der betroffenen Kinder erhielten Stuhlröhrchen, um die mögliche Ursache herauszufinden.

Die Ergebnisse von sechs Minderjährigen sehen wie folgt aus: In zwei Fällen konnte das Bakterium "Staphylococcus aureus" festgestellt werden, es soll der Giftstoff "Staphylokokken Enterotoxin" gewirkt haben. "Ein entsprechender Toxinnachweis aus dem Nationalen Referenzzentrum (RKI) liegt allerdings zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor."

Vor Ort konnten bei der Überprüfung des für das Frühstück verantwortlichen externen Dienstleisters keine Befunde festgestellt werden, die zu den Symptomen hätten führen können. Ebenso waren auch verschiedene Oberflächen innerhalb der Kita frei von krankmachenden Keimen.

Das Ergebnis der im Verdacht stehenden Probe H-Milch durch die Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen am Standort Chemnitz (LUA) steht noch aus. "Eine abschließende Bewertung des Erkrankungsgeschehens ist daher aktuell noch nicht möglich", teilten Gesundheits- und Lebensmittelaufsichtsamt mit.

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