Nach schwerem Fabrikbrand mit vielen Toten: Kläger wollen gegen Kik in Berufung gehen

Hamm/Dortmund - Nach Abweisung ihrer Klage gegen den Textildiscounter Kik streben vier Kläger aus Pakistan ein Berufungsverfahren an.

258 Personen starben bei dem Feuer in einer Textilfabrik im pakistanischen Karachi.
258 Personen starben bei dem Feuer in einer Textilfabrik im pakistanischen Karachi.  © DPA

Das Dortmunder Landgericht hatte ihre Schadenersatzklage im Januar abgewiesen, etwaige Ansprüche seien nach dem maßgeblichen pakistanischen Recht verjährt.

Der Anwalt der Kläger sagte am Dienstag auf Anfrage, man werde beim Oberlandesgericht Hamm an diesem Donnerstag einen Antrag auf Prozesskostenhilfe für ein Berufungsverfahren einreichen. Kik erklärte, man fürchte eine Berufung nicht, sondern sehe ihr "mit großer Gelassenheit entgegen". Zuvor hatten einige Medien berichtet.

Im September 2012 waren bei dem verheerenden Brand in einer Textilfabrik in Karachi 258 Menschen getötet worden. Kik soll damals Hauptauftraggeber der Fabrik gewesen sein. Ein schwerverletzter Textilarbeiter und drei Angehörige von Opfern hatten in Dortmund erfolglos auf jeweils 30.000 Euro Schmerzensgeld geklagt.

Der Discounter betonte in einer Erklärung, man sei nach wie vor derselben Auffassung wie das Dortmunder Gericht und ein Gerichtsgutachter, dass Verjährung eingetreten sei.

Kik sei "sicher, dass auch in der Sache selbst keine Ansprüche bestehen" Kik trage keine Schuld an dem Fabrikbrand. Das Unternehmen habe freiwillig Hilfen von mehr als 6 Millionen US-Dollar (5,3 Mio Euro) gezahlt.

Vor dem Landgericht in Dortmund wurde die klage in erster Instanz abgewiesen.
Vor dem Landgericht in Dortmund wurde die klage in erster Instanz abgewiesen.  © DPA
Der Modekonzern Kik möchte keine Entschädigung an das Opfer und die Hinterbliebenen zahlen.
Der Modekonzern Kik möchte keine Entschädigung an das Opfer und die Hinterbliebenen zahlen.  © DPA

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