Nach Terrorwarnung: Brüssel ist lahmgelegt

Schwer bewaffnete Polizisten sichern das Stadtzentrum.
Schwer bewaffnete Polizisten sichern das Stadtzentrum.

Brüssel - Eine Woche nach den Terroranschlägen von Paris hat Belgien die höchste Sicherheitswarnstufe für die Hauptstadt Brüssel ausgerufen.

Belgiens Premier Michel sagte, es habe Hinweise auf Anschläge an mehreren Orten gegeben, etwa auf Einkaufszentren oder den öffentlichen Nahverkehr. Wegen der Informationen über "eine ernste und unmittelbare Bedrohung" habe man in der Nacht zum Samstag die Terrorwarnstufe für Brüssel auf das maximale Niveau 4 angehoben.

Das öffentliche Leben in Brüssel kam am Samstag fast komplett zum Erliegen. In der Innenstadt ließen viele große Geschäfte die Rollläden herunter, die Einkaufsstraßen leerten sich.

Die U-Bahn sollte bis Sonntag 15.00 Uhr stillstehen. An Bahnhöfen wurden Passagiere verstärkt kontrolliert, Soldaten patrouillierten.

Das Atomium, Wahrzeichen der Stadt, blieb geschlossen. Das Musikfestival Sound/Check und ein Konzert des Sängers Johnny Hallyday wurden ebenso abgesagt wie zahlreiche Fußballspiele.

Auch gepanzerte Fahrzeuge sind in Brüssel aufgefahren.
Auch gepanzerte Fahrzeuge sind in Brüssel aufgefahren.

Belgien steht nach der islamistischen Terrorserie in der französischen Hauptstadt Paris im Fokus, weil es enge Verbindungen der Attentäter nach Brüssel gibt.

Der mutmaßliche Organisator der Anschläge, Abdelhamid Abaaoud, war Belgier mit marokkanischen Wurzeln und lebte früher in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek. Brüssel ist auch Sitz der Einrichtungen der Europäischen Union und der Nato. In der Hauptstadtregion leben mehr als eine Million Menschen.

Die Brüsseler Staatsanwaltschaft teilte mit, dass am Freitag bei der Durchsuchung der Wohnung eines Verdächtigen mehrere Waffen gefunden worden seien, aber kein Sprengstoff.

Die Person stehe im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris. Der mutmaßliche Drahtzieher Abaaoud war am Mittwoch bei einem Einsatz französischer Spezialkräfte in Saint-Denis nördlich von Paris ums Leben gekommen.

Sieben von acht dabei festgenommenen Personen sind wieder auf freiem Fuß.

Auch die türkische Polizei hat einen Belgier marokkanischer Abstammung wegen Terrorverdachts festgenommen. Möglicherweise habe er eine Rolle bei den Pariser Anschlägen vom 13. November gespielt.

Polizisten stehen vor einem Einkaufszentrum.
Polizisten stehen vor einem Einkaufszentrum.

Fotos: dpa


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