Nach Tod von Manfred Stolpe: RBB ändert Programm

Potsdam - Nach dem Tod des früheren Brandenburger Ministerpräsidenten Manfred Stolpe ändert der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) sein Programm.

Manfred Stolpe hat den Kampf gegen den Krebs verloren.
Manfred Stolpe hat den Kampf gegen den Krebs verloren.  © Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa

Am Montag (20.15 Uhr) laufe die 15-minütige Sondersendung "Manfred Stolpe - Der Vermittler", teilte der Sender mit.

Um 23.45 Uhr werde in der Dokumentation "Manfred Stolpe - Der Mensch im Mittelpunkt" zurückgeblickt auf das Leben des am Sonntag im Alter von 83 Jahren gestorbenen früheren Ministerpräsidenten. Das laufende Fernsehprogramm verschiebt sich demnach entsprechend.

Stolpe wurde 1936 bei Stettin geboren und studierte nach dem Abitur in Greifswald ab 1955 an der Uni Jena Rechtswissenschaften. Danach zog es ihn in den Kirchendienst. In der DDR galt er als Vordenker einer Kirchenpolitik, die sich als "Kirche im Sozialismus" verstand.

In den 1980er Jahren war er als Konsistorialpräsident der Ostregion der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg auch im Westen bekannt.

1990 wurde Stolpe SPD-Mitglied und wurde im November von einer Ampelkoalition aus SPD, FDP und Bündnis 90 zum ersten Ministerpräsidenten Brandenburgs gewählt. Einen Namen machte er sich als Vertreter der Interessen Ostdeutschlands. Er forderte staatliche Programme zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und eine Kurskorrektur bei der Treuhandanstalt, die Volkseigene Betriebe fit machen und privatisieren sollte.

Seine Vergangenheit wurde immer wieder kritisch thematisiert. Stolpe hatte als Kirchenfunktionär Kontakte mit der Stasi, die Behörde führte ihn gar als Inoffiziellen Mitarbeiter. Die Leitung der evangelischen Kirche erklärte Mitte der 1990er Jahre nach einer Untersuchung, Stolpe sei ein "Mann der Kirche und nicht der Stasi gewesen". 2005 - Stolpe sprach von später Genugtuung - entschied das Bundesverfassungsgericht zudem, dass Stolpe nicht als Stasi-Mitarbeiter zu bezeichnen sei.

In den 1990er Jahren war Stolpe in Brandenburg sehr beliebt - doch Vorzeigeprojekte wie der Lausitzring, der Cargolifter oder die Chipfabrik in Frankfurt (Oder) scheiterten oder liefen nicht wie erhofft. Überraschend erklärte Stolpe 2002, als Regierungschef zurücktreten zu wollen, um einen Generationenwechsel zu ermöglichen.

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