Nach vernichtenden Städte-Rankings: Hamburg macht mobil!

Das Mobilitäts-Ranking hat die 14 größten Städte Deutschlands unter die Lupe genommen. Hamburg hat es gerade so in die Top-Ten geschafft.
Das Mobilitäts-Ranking hat die 14 größten Städte Deutschlands unter die Lupe genommen. Hamburg hat es gerade so in die Top-Ten geschafft.  © Screenshot/Greenpeace

Hamburg – Erst das unbefriedigende Ergebnis beim Mobilitäts-Ranking 2017, dann das eindeutige Ergebnis einer Studie aus dem vergangenen Jahr, die zeigte, dass viele Hamburger am liebsten auf ihr Auto verzichten würden. Jetzt macht die Stadt Hamburg endlich mobil!

Denn bereits im vergangenen Jahr veröffentlichte die Umweltorganisation Greenpeace eine Hit-Liste der Deutschen Städte, die das umweltverträglichste Mobilitätsangebot zu bieten hätten. Hier wurden unter anderem Car-Sharing-Angebote, Leihräder, der ÖPNV und der prozentuale Anteil der Autos in den Stadtgebieten betrachtet. Die Stadt Hamburg schaffte es darin nur auf Platz 10 der deutschlandweiten Rangliste – abgeschlagen hinter Städten wie Berlin, Dresden oder Frankfurt.

Die Umweltorganisation zieht daraus folgendes Fazit für die nördlichste Metropole Deutschlands: Hamburg müsse sich in vielen Punkten noch deutlich verbessern, um im Verkehr zukunftsfähig zu werden. Nachholbedarf gäbe es besonders beim schienengebundenen Nahverkehr, im Radverkehr und bei der Feinstaubbelastung.

Ein Bremsklotz sei die dezentrale Verteilung von Zuständigkeiten in Hamburg. Eine Bündelung sei aber dringend notwendig, um die Handlungsfähigkeit in puncto nachhaltiger Verkehr in der Hansestadt zu verbessern.

Ob Bus, Bahn Auto, Fahrrad oder Boot: Zur "Binnenalster" in Hamburgs Stadtzentrum führen viele Wege.
Ob Bus, Bahn Auto, Fahrrad oder Boot: Zur "Binnenalster" in Hamburgs Stadtzentrum führen viele Wege.  © DPA

Hinzu kommt auch, dass schon jetzt immer mehr Hamburger Haushalte auf ein Auto verzichten. Das ist ein Ergebnis der bundesweiten Studie "Mobilität in Deutschland" (MID), wie die Hamburger Verkehrsbehörde mitteilte.

Vor allem junge Erwachsene seien heute wesentlich weniger autoorientiert als zuvor.

Generell seien die Hamburger im öfter mit Rad, Bus und Bahn unterwegs. Besonders oft auf das Fahrrad schwingen sich laut Report die Menschen in Hamburg-Nord, Eimsbüttel und Altona.

Es muss also ein progressives, umfassendes Mobilitätskonzept der Stadt her, das dem Bedarf der Bürger gerecht wird. Das Konzept steht schon, bis 2021 soll es nun endlich auch in großen Teilen umgesetzt werden.

An einer Straße ist ein Schild mit der Aufschrift "Testfeld Autonomes Fahren" angebracht. Hamburg weitet seine Mobilitätsangebote von der Parkplatz-App bis zum Fahrzeug ohne Fahrer 2019 aus.
An einer Straße ist ein Schild mit der Aufschrift "Testfeld Autonomes Fahren" angebracht. Hamburg weitet seine Mobilitätsangebote von der Parkplatz-App bis zum Fahrzeug ohne Fahrer 2019 aus.  © DPA

Bis zum Jahr 2021 ist es zwar noch eine Weile hin. Doch zumindest für die Hanseatischen Gastgeber des ITS-Mobilitätskongress (kurz für "World Congress on Intelligent Transport Systems"), der in jenem Jahr in Hamburg ansteht und der größte Kongress dieser Art weltweit ist, sind die Vorbereitungen längst angerollt:

"Der ITS-Kongress ist für Hamburg die einmalige Chance, die Mobilität in der Stadt voranzutreiben", sagte Verkehrssenator Michael Westhagemann (parteilos) der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg und ergänzte:

"Wie muss eine Stadt ausgestattet sein, um fortschrittliche Mobilitätskonzepte umgesetzt zu bekommen? Diese Frage wollen wir 2021 beantworten".

Neue Mobilität in Hamburg nimmt Fahrt auf: Ein selbstfahrender Kleinbus düste schon durch den Innenhof des Rathauses.
Neue Mobilität in Hamburg nimmt Fahrt auf: Ein selbstfahrender Kleinbus düste schon durch den Innenhof des Rathauses.  © DPA

Bis dahin wird sich aber wohl bereits einiges getan haben. Im Rahmen der ITS-Strategie laufen nach Angaben des Amtsleiters Verkehr, Martin Huber, bereits 41 Projekte, 29 sind in Vorbereitung, 32 abgeschlossen.

Unter anderem auf diese drei Neuerungen dürfen sich alle Hamburger, Pendler und Touristen schon mal freuen:

1. "Wann wird die Ampel rot?": 2019 soll es mit dem flächendeckenden Ausbau der digitalen Ampelhelfern losgehen, den viele schon vom Übergang zwischen Hauptbahnhof und Spitalerstraße kennen.

2. Parkplatz-App: Statt wie angekündigt Ende 2018 sollen es nun von 2019 an in St. Georg und danach im weiteren Innenstadtbereich mehr Sensoren geben, die freie Parkplätze erkennen. Autofahrer können sich über die App "Park and Joy" der Telekom zu Straßen mit freien Parkplätzen navigieren lassen und den Parkschein digital bezahlen.

3. Der selbstfahrende Elektro-Kleinbus "HEAT" (Hamburg Electric Autonomous Transportation): Der wartet zwar noch auf die Zulassung, erste Tests sollen aber schon im Frühjahr 2019 in der Hafencity laufen. Bis es wirklich losgehen kann findet der Testbetrieb zunächst ohne Fahrgäste statt.

"Na denn man tau!", wie man in Hamburg zu sagen pflegt.

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