Falscher Interpol-Kommissar ergaunerte fast eine Million Euro

Dresden - Wenn die angeblichen Kommissare Rupp, König oder Spielmann anriefen, wurde es sehr teuer: Velit D. soll in ganz Deutschland Senioren um ihr Geld gebracht haben. Dabei kam fast eine Million Euro zusammen.

Eine echte Polizistin begleitet den falschen Polizisten zum Gerichtssaal.
Eine echte Polizistin begleitet den falschen Polizisten zum Gerichtssaal.  © Peter Schulze

Vor Gericht präsentiert sich der akzentfrei deutsch sprechende Türke Velit D. seit Freitag als strebsamer Familienvater. Für die Staatsanwaltschaft jedoch ist er der falsche Interpol-Kommissar, der deutschlandweit Senioren am Telefon abzockte.

Insgesamt 977.437 Euro konnte Velit D. den Rentnern abquatschen. Als Kommissar "Rupp" überredete er etwa eine Seniorin Gold, Geld und Münzen im Wert von 420.000 Euro an einen Unbekannten zu geben.

Als Polizist "König" brachte er die Radebeulerin Ilse H. dazu, ihr Erspartes (200.000 Euro) in Gold zu tauschen und mit dem Taxi nach Berlin zu bringen. Als "Spielmann" ließ er einen älteren Herren 56.300 Euro an einen Kurier übergeben.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft steckt hinter all diesen Taten der akzentfrei deutsch sprechende Türke Velit D. Der weist jedoch alles von sich: "Ich bringe Kindern in der Volkshochschule deutsch bei, lese sehr viel und bilde mich weiter."

Die Computer und das Handy, auf denen die Ermittler Beweise gefunden hatten, will er von seinem Bruder bekommen haben. Auch meint er, die Ermittler würden ihn mit seinem Bruder verwechseln. Allerdings spricht ein Stimmgutachten gegen ihn - der Prozess wird fortgesetzt.

Am Telefon überredete Velit D. ahnungslose Senioren, ihr Geld herzugeben (Symbolbild).
Am Telefon überredete Velit D. ahnungslose Senioren, ihr Geld herzugeben (Symbolbild).  © 123RF

Titelfoto: Peter Schulze

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