Nach Flugzeugabsturz: Nächste Panne bei Boeing!

Chicago - Nach dem Absturz der Boeing 737 Max in Äthiopien (TAG24 berichtete) gerät der US-Flugzeugbauer weiter unter Druck. Neben der fehlerhaften Steuerungssoftware MCAS musste der US-Konzern nun ein weiteres Problem einräumen.

Ein Arbeiter betritt eine Boeing 737 Max 8 in der Montageanlage 737 von Boeing in Renton (USA).
Ein Arbeiter betritt eine Boeing 737 Max 8 in der Montageanlage 737 von Boeing in Renton (USA).  © DPA

Dies sei bei der Überarbeitung des umstrittenen Steuerungsprogramms MCAS festgestellt worden, stünde aber nicht in direktem Zusammenhang damit, teilte Boeing in der Nacht auf Freitag mit.

Zuvor hatte die Washington Post berichtet, dass die US-Luftfahrtbehörde FAA das neue Problem beanstandet habe. Solange es nicht gelöst sei, werde das Startverbot für Boeings Unglücksflieger der 737-Max-Serie nicht aufgehoben.

Laut FAA-nahen Quellen sei das neue Problem als entscheidend für die Flugsicherheit eingestuft worden. Boeing hingegen bezeichnete es als "relativ geringfügige Angelegenheit", die zusammen mit dem MCAS-Update adressiert werde. "Wir haben bereits eine Lösung dafür in Arbeit", hieß es in der Stellungnahme des Luftfahrtkonzerns. In den "kommenden Wochen" werde das Update soweit sein, dass es der FAA zur Zertifizierung vorgelegt werden könne. Boeing verfolge einen "umfassenden, disziplinierten Ansatz, um es richtig zu machen."

Vorstandschef Dennis Muilenburg hatte kurz zuvor so deutlich wie noch nie Probleme mit der Steuerungssoftware MCAS eingeräumt. Womöglich habe sich das Programm durch falsche Sensordaten unnötigerweise selbst eingeschaltet. Damit wird die Theorie, dass ein Softwarefehler die Maschine Richtung Boden lenkte, von oberster Konzernstelle gestützt.

Teile der Boeing 737 Max 8 liegen auf dem Boden der Absturzstelle in der Nähe von Bishoftu (Äthiopien).
Teile der Boeing 737 Max 8 liegen auf dem Boden der Absturzstelle in der Nähe von Bishoftu (Äthiopien).  © DPA

Im Vorfeld der ersten Auswertung der Flugdatenschreiber des Ethiopian-Airlines-Flugs ET-302 wurde zunächst gerätselt, warum die Piloten die vorgeschlagene Rettungsprozedur nicht befolgten und die Flugsoftware ausschalteten (TAG24 berichtete). Nach dem Absturz des ersten 737-Max-Modells in Indonesien (TAG24 berichtete) hatten die Sicherheitsbehörden alle Piloten auf das Risiko der Flugsoftware hingewiesen.

Das dringend erwartete MCAS-Update werde sicherstellen, dass Unfälle wie in Äthiopien und Indonesien "nie wieder passieren", versicherte Muilenburg. Bislang hatte Boeing stets bestritten, dass MCAS ein Sicherheitsrisiko darstellt. Kurz vor Muilenburgs Stellungnahme hatte der Konzern aber bereits versprochen, dass Piloten künftig immer die Möglichkeit haben werden, die Automatik auszuschalten und zur manuellen Kontrolle zu wechseln.

Das eigens für die spritsparende Max-737-Neuauflage entwickelte MCAS-Programm soll eigentlich dafür sorgen, in bestimmten Flugsituationen automatisch den Flugwinkel zu korrigieren. Wegen der Fehlfunktion soll der Bordcomputer jedoch automatisch immer wieder die Nase des Flugzeugs nach unten gedrückt haben - trotz des Versuchs der Crew, gegenzusteuern. Dieses Szenario gilt sowohl für den Crash in Indonesien Ende Oktober als auch für den Absturz in Äthiopien am 10. März als wahrscheinlich. Insgesamt starben bei den Unglücken 346 Menschen.

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