FDP sorgt mit Tweet über Downsyndrom für heftigen Shitstorm

Berlin - Auf ihrem Twitter-Account postete die Fraktion der Freien Demokraten ein Foto von einem Kind, das von einer Frau getragen wird. Das Kind leidet offenbar unter der Krankheit Trisomie 21, auch bekannt als Downsyndrom.

Der Tweet der Freien Demokraten sorgte für einen Shitstorm.
Der Tweet der Freien Demokraten sorgte für einen Shitstorm.

Hintergrund des Tweets ist eine demnächst startende Debatte des Bundestags. In dieser soll diskutiert werden, ob vorgeburtliche Bluttests auf Trisomie 21 künftig von den Krankenkassen bezahlt werden sollen oder nicht.

In dem Post heißt es, dass die Tests allen Frauen zur Verfügung stehen und zur Kassenleistung werden sollten. Jede Schwangere solle diskriminierungsfrei darüber entscheiden können, ob sie die Untersuchung durchführen ließe. Auf dem Bild verlinkte die Fraktion mehrere FDP-Abgeordnete.

Die Folge war ein Shitstorm, diverse Nutzer beschwerten sich über Tonfall und Aufmachung des Postings. So postete etwa Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner: "Ich kann gar nicht glauben, dass dieser FDP-Post echt sein soll! Mit diesem Kind im Bild zu verdeutlichen, bei einem Trisomie-21-Test wäre es vielleicht nicht auf der Welt, wenn der Test Kassenleistung wäre ..."

Christiane Müller-Zurek von der Lebenshilfe Berlin sagte gegenüber n-tv.de: "Der Tweet der FDP diskriminiert Leben mit Down-Syndrom und schürt geradezu die Angst vor Behinderung. Statt eines Tests zur genetischen Selektion sollten mehr und bessere Beratungsangebote vor, während und nach vorgeburtlichen Untersuchungen finanziert und bei der Beratung die Behindertenselbsthilfe beteiligt werden."

Die FDP-Fraktion bemerkte schnell, dass der Post unterschiedlich aufgefasst und interpretiert wurde. Man entschied sich dafür, den Tweet zu löschen. In der Entschuldigung heißt es, dass der Post missverständlich gewesen sei und es der Fraktion sehr leid täte. Weiter heißt es: „Für uns ist die Perspektive eines Kindes mit Trisomie 21 nichts Negatives.“

Die FDP-Fraktion entschuldigte sich schnell für ihren unglücklichen Post.
Die FDP-Fraktion entschuldigte sich schnell für ihren unglücklichen Post.

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