Nächstenliebe: Diese Leipzigerin hilft Kindern in Not

Christine Bendel ist eine Frau, die gerne lacht. Ihre positive Ausstrahlung hilft ihr bei ihrer schweren ehrenamtlichen Arbeit.
Christine Bendel ist eine Frau, die gerne lacht. Ihre positive Ausstrahlung hilft ihr bei ihrer schweren ehrenamtlichen Arbeit.  © Picture Point/Kerstin Kummer

Leipzig/Kapstadt - Sie ist eine unerschrockene Einzelkämpferin. Regelmäßig besucht Christine Bendel (51) aus Belgershain bei Leipzig Südafrika, um dort für ein paar Wochen Not zu lindern.

Sie kümmert sich um Mädchen und Jungen aus den Slums und begleitet in einem Hospiz sterbende Kleinkinder auf ihrem letzten Weg.

Keine Angst zu haben ist ihre größte Stärke. Selbst in gefährlichen Situationen behält Christine Bendel die Nerven und sucht Auswege. Erfolgreich.

Das ist das Geheimnis ihrer Mission, mit der die im Sternbild Stier Geborene stets ein neues Jahr beginnt.

Sie fliegt dann in den südafrikanischen Sommer. Nicht, um dort Urlaub zu machen, sondern um zu helfen. Die Gepäckfreigrenze reizt sie bis zum letzten Kilogramm aus.

In den Koffern liegen vor allem Kindersachen und Bio-Baumwoll-Stoffwindeln. Die fertigt sie in ihrer eigenen kleinen Manufaktur in Belgershain. Als Firmen-Logo wählte die Kleinunternehmerin einst eine Giraffe.

Im Schatten des Kapstädter Tafelbergs leben die Armen oft in einfachsten Wellblechhütten.
Im Schatten des Kapstädter Tafelbergs leben die Armen oft in einfachsten Wellblechhütten.

"Sie steht sinnbildlich für meine Neugierde", erklärt Christine Bendel.

Deshalb schaute sie vor zehn Jahren während des ersten Urlaubs in Südafrika auch hinter die Kulissen des Naturparadieses. "Natürlich war ich von ihm beeindruckt.

Aber die große Kinderarmut berührte mich emotional viel stärker", sinniert die zweifache Mutter. Darum beschloss sie, die Betroffenheit künftig in praktische Hilfe umzumünzen.

In den ersten Jahren arbeitete Engel Christine für ein paar Wochen in einem Kindergarten in der Nähe der Kapstädter Slums: "Die Kleinen dort sind durch die Armut innerlich völlig zerrissen und häufig traumatisiert. Deshalb saugten sie die Liebe, die ich ihnen entgegenbrachte, regelrecht auf."

Große glückliche Kinderaugen waren für die Sächsin der schönste Lohn. Ganz anders dagegen wird sie in einem Kinderhospiz für etwa 20 aidskranke Babys und völlig entkräftete Kleinkinder gefordert, das Christine Bendel seit 2012 in Kapstadt unterstützt.

"Mir zerriss es fast das Herz, als ich das erste Mal in diese vielen traurigen Augen sah", erinnert sich die Helferin. "Die Angst vor dem Sterben bestimmt dort alles."

Christine Wendels Stoffwindeln sind kochfest, aus Bio-Baumwolle und für Babys jeder Größe, das heißt sie "wachsen mit".
Christine Wendels Stoffwindeln sind kochfest, aus Bio-Baumwolle und für Babys jeder Größe, das heißt sie "wachsen mit".  © Picture Point/Kerstin Kummer

Inmitten dieser so düsteren Hoffnungslosigkeit versucht Christine Bendel unbeirrt Menschlichkeit auszustrahlen und zu geben.

Sie kommuniziert auf der Gefühlsebene mit den armen Seelen und lässt sie beim Sterben nicht allein.

"Ich halte ihre kleinen Händchen", erzählt Christine Bendel mit Tränen in den Augen. Nach dem täglichen 12-Stunden-Hilfsmarathon muss sie raus ans Meer.

Doch sie geht oft nicht allein an den Strand. Sie braucht Trubel um sich herum, um die Schicksale zu verarbeiten und das Leben neu spüren zu können.

So holt sie ein paar Kinder aus den Townships von Kapstadt und lässt sich mit ihnen gemeinsam bei Spiel und Spaß am Atlantischen Ozean den Wind um die Nase wehen.

Kontakt: www.windel-bendel.de


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