Drama um Sport-Star: Triathletin Nathalie Birli angefahren, gefesselt und entführt

Kumberg/Graz (Österreich) - Es sind Zeilen, die nicht nur ihre Fans, sondern Menschen in der ganzen Welt betroffen machen. Am Mittwoch postet die österreichische Rennradfahrerin und Triathletin Nathalie Birli einen Beitrag auf Facebook, der ein Martyrium öffentlich macht.

Nathalie Birli kommt während eines Triathlons in Kitzbühel 2013 aus dem Wasser.
Nathalie Birli kommt während eines Triathlons in Kitzbühel 2013 aus dem Wasser.  © imago images/GEPA pictures

Denn die 27-Jährige, die sich 6.42 Uhr aus dem Universitätsklinikum Graz via Social Media zu Wort meldet, wurde einen Tag zuvor entführt und musste stundenlang um ihr Leben bangen.

"Tausend Dank an alle, die mich gestern gesucht haben 🤗 ihr hättet mich nicht finden können. Ich wurde angefahren, zusammen geschlagen, gefesselt und in ein kleines Haus abseits der Straße gebracht - wie in einem schlechten Film", schreibt die Sportlerin.

Körperlich gehe es ihr ganz gut, sie habe einen gebrochenen Arm und eine Kopfverletzung, sei ansonsten "wohlauf", wie sie berichtet. Doch die Wunden auf der Seele dürften nicht ganz so schnell heilen.

Denn was Nathalie Birli am Montag erleben musste, ist de reinste Horror. Wie "oe24" berichtet, sei die Triathletin und Rennfahrerin mit ihrem Bike gegen 16.30 Uhr an ihrem Haus im österreichischen Kumberg, 18 Kilometer nördlich von Graz, zu einer Trainingsfahrt aufgebrochen. Doch weit kam die 27-Jährige nicht.

Denn sie wurde von einem offenbar psychisch kranken Mann auf der Straße angefahren - mit Absicht! Der 33-Jährige hatte einen perfiden Plan: nach Aussagen von Birli bei "oe24" habe er der Sportlerin in seinem Haus Alkohol eingeflößt, ihr mit dem Tod gedroht und dann vorgehabt, sie in seiner Badewanne zu ertränken.

Nathalie Birli (Mitte, blauer Anzug) während eines Triathlons 2013 in Kitzbühel.
Nathalie Birli (Mitte, blauer Anzug) während eines Triathlons 2013 in Kitzbühel.  © imago images/GEPA pictures

Zuvor habe er sie, nachdem er sie mit dem Auto angefahren hatte, geschlagen, den Arm gebrochen, gefesselt und in seinen Wagen gezerrt.

Unvorstellbar, welchen Ängsten die 27-Jährige stundenlang ausgesetzt war. In Gedanken war die Sportlerin dabei immer bei ihrem Freund und ihrem kleinen Baby. Erst vor kurzem war sie Mutter geworden.

Der Lebensgefährte war es, der gegen 21 Uhr die Polizei alarmierte, als seine Freundin nach viereinhalb Stunden immer noch nicht wieder zu Hause war. Sie habe vorher gesagt, sie sei in einer Stunde wieder zurück.

Trotz der extremen Ausnahmesituation und der Tatsache, dass der Entführer mit einem Messer vor ihr rumgefuchtelt haben soll, redete die Triathletin geduldig auf ihren Peiniger ein. Das hatte irgendwann Erfolg, denn der 33-Jährige löste die Fesseln und brachte Birli nach Hause.

Mit dabei hatte sie zum Glück noch ihr Rad, denn der Computer des Bikes samt GPS-Tracker führte dann schließlich zum Täter und dem Ort des Grauens.

Wenig später klickten bei dem Mann die Handschellen. Er sei der Polizei bekannt, allerdings noch nie durch Gewalttaten aufgefallen.

Wie lange es dauern wird, bis Nathalie Birli den Schock verdaut hat und ohne Bedenken wieder zu ihren Trainingsrunden aufbrechen kann, bleibt abzuwarten.

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