NATO-Manöver provoziert Russland: Putin plant Raketen-Abschüsse

Brüssel/Oslo - Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg und Vertreter aus den 29 Bündnisstaaten wollen sich an diesem Dienstag persönlich ein Bild vom größten alliierten Manöver seit Ende des Kalten Krieges machen.

Eine Patriot-Kampfstaffel der Bundeswehr überquert auf einem amphibischen Brücken- und Übersetzfahrzeug vom Typ M3 einen Fluss in Norwegen.
Eine Patriot-Kampfstaffel der Bundeswehr überquert auf einem amphibischen Brücken- und Übersetzfahrzeug vom Typ M3 einen Fluss in Norwegen.  © DPA

Auf einem Übungsgelände nahe der norwegischen Stadt Trondheim werden ihnen rund 3000 Soldaten bei einer etwa einstündigen Leistungsschau ihr Können demonstrieren. Neben Bodentruppen mit schweren Panzern sollen daran auch 32 Kampfjets teilnehmen. Auch Kriegsschiffe sind im Einsatz. Als ungebetene Zaungäste sind russische Militärs zu erwarten.

Gezeigt werde unter anderem ein Landungsmanöver mit Luftunterstützung, heißt es von der Nato. Dabei solle demonstriert werden, wie die Streitkräfte der Nato gemeinsam auf See, in der Luft und am Boden trainieren.

Das Nato-Großübung "Trident Juncture" hat am vergangenen Donnerstag begonnen und soll noch bis nächste Woche dauern. Insgesamt nehmen rund 50.000 Soldaten aus den Nato-Staaten sowie den Partnerländern Finnland und Schweden teil (TAG24 berichtete). Die Bundeswehr ist mit mehr als 8000 Soldaten zweitgrößter Truppensteller nach den USA.

Französische und deutsche Scharfschützen üben gemeinsam beim Nato-Manöver Trident Juncture in Norwegen.
Französische und deutsche Scharfschützen üben gemeinsam beim Nato-Manöver Trident Juncture in Norwegen.  © DPA

Ziel des Manövers ist es, ein Signal der Abschreckung an Russland zu senden und für den sogenannten Bündnisfall zu trainieren.

Dieser könnte ausgerufen werden, wenn einer oder mehrere der 29 Mitgliedstaaten von einem Gegner angegriffen würden. In der Folge müssten dann die anderen Alliierten Beistand leisten.

Die Bundeswehr ist vor Ort mit rund 8000 Soldaten beteiligt und damit zweitgrößter Truppensteller nach den USA. Das starke Engagement ist vor allem dadurch begründet, dass Deutschland ab Anfang 2019 die Führung der schnellen Eingreiftruppe der Nato übernehmen soll.

Die sogenannte VJTF (Very High Readiness Joint Task Force) wurde im Zuge der Ukraine-Krise aufgestellt und ist ebenfalls ein Element der Abschreckungsstrategie gegen Russland, der seit 2014 wieder starke Aufmerksamkeit gewidmet wird.

Damals hatte Russland sich die ukrainische Halbinsel Krim einverleibt und offensiv damit begonnen, prorussische Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen.

In Moskau wird das Nato-Manöver hingegen als Provokation gesehen - vor allem, weil es in einem direkten Nachbarland abgehalten wird. Offensichtlich um der Übung etwas entgegenzusetzen, kündigten die russischen Streitkräfte jüngst Raketentests ihrer Marine in internationalen Gewässern vor der norwegischen Küste an.

Sie könnten nach offiziellen Hinweisen für die zivile Luftfahrt von Donnerstag bis Samstag in demselben Gebiet stattfinden, wo auch die Nato-Streitkräfte üben.

Wladimir Putin bei einer Übung der russischen Armee im Jahr 2014.
Wladimir Putin bei einer Übung der russischen Armee im Jahr 2014.  © DPA

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