Naturnah urlauben – Das sind die Trends

Deutschland – Naturnaher Urlaub liegt mehr denn je im Trend. Die Angebote, die es hierfür weltweit gibt, könnten kaum unterschiedlicher sein und reichen von Baumzelten bis hin zum Urlaub auf dem Bauernhof. Auch der Urlaub daheim auf Balkonien kommt bei vielen Reisenden an.

Die Reisevorlieben der Bundesbürger verändern sich jedes Jahr aufs Neue. Ein Trend, der sich bereits in den letzten Jahren abzeichnete und nun immer beliebter wird, ist der Ökotourismus. Naturnaher Urlaub ist derzeit so beliebt wie nie zuvor und verfolgt einen klaren Ansatz: Hier sollen Urlaubstage im Einklang mit Natur und Tier verbracht werden.

Anbieter für den Ökotourismus gibt es sowohl in Deutschland als auch in vielen anderen Teilen Europas in großer Zahl. Der naturnahe Urlaub ist das Gegenstück zu den oftmals stark in der Kritik stehenden Fernreisen und Urlauberhochburgen auf einzelnen Inseln. 

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Ökotourismus kommt zur richtigen Zeit

Der Trend zum naturnahen Urlaub kommt im Grunde zur richtigen Zeit. In den letzten Jahren nahm die Kritik am florierenden Tourismus, der vor allem regional weiter ausgebaut wurde, deutlich zu. 

Allzu oft ist diese Form des Tourismus nämlich nur zu Lasten der Umwelt möglich. So müssen für die touristische Erschließung Straßen und Hotels gebaut werden, außerdem sind Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten erforderlich, um eine Region für Urlauber attraktiv zu machen. All das geht aber nur, wenn die Natur den Betonburgen weicht.

Ein weiterer Grund, warum Tourismus bei Naturschützern in der Kritik steht, sind die Müllberge, die Touristen hinterlassen. Vor allem in den Küstengebieten sorgen die Urlauber immer wieder für riesige Müllmengen, die im Meer treiben. Die Natur leidet enorm unter dem Abfall.

Zudem stört Tourismus immer wieder das sensible Gleichgewicht einer Region. Gerade wenn Regionen für Urlauber erschlossenen werden, in denen eigentlich noch ursprüngliche Natur herrschte, ist das Risiko groß. Mit den Urlaubern werden oftmals nämlich auch vollkommen neue Keime und Krankheiten eingeschleppt, die ein enormes Risiko für Pflanzen und Tiere in dem Gebiet darstellen.

Besonders sensibel reagieren dabei Pflanzen und Tiere, die ohnehin als bedroht gelten und deswegen von den Einflüssen von außen stark getroffen werden.

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Naturnaher Urlaub steuert dem klassischen Tourismus entgegen

Nicht nur Naturschützer und Umweltaktivitäten sprechen sich zusehends gegen den Tourismus im klassischen Sinne aus und setzen stattdessen auf naturnahe Reisen. Im Fokus dieser Idee stehen umweltbewusste Reisekonzepte. 

Sowohl bei Reisen im eigenen Land als auch bei Fernreisen wird hier bewusst auf Naturschutz und Nachhaltigkeit geachtet. Auch einige Urlaubsorte im Ausland, wie die Balearen, planen entsprechende Maßnahmen, um den Tourismus wieder anzukurbeln und in die richtige Richtung zu lenken.

Es sollen aber auch Reiseangebote in Anspruch genommen werden, mit denen die lokale Wirtschaft unterstützt wird. Dadurch kann sichergestellt werden, dass auch die Bevölkerung vor Ort von dem Angebot profitiert.

Die Ideen für den naturnahen Urlaub werden immer bunter und vielseitiger und beschränken sich längst nicht mehr nur auf Deutschland, sondern stehen in vielen Ländern Europas, aber beispielsweise auch bei Fernreisen in Afrika und Amerika zur Verfügung. 

BfN hilft bei der Planung

Oft fällt es Verbrauchern nicht leicht, zwischen klassischen Ferienangeboten und naturnahen Reisen zu unterscheiden, zumal die Skepsis gegenüber vielen Öko-Angeboten groß ist. 

Es gibt zahlreiche Tipps und Ideen für einzelne Städte, darunter auch Dresden, die Inspirationen für ein freies Wochenende liefern. Verbraucher, die wirklich im Einklang mit Natur und Umwelt reisen möchten, sollten sich vorab umfassend informieren. 

Eine gute Anlaufstelle ist das BfN. Das Bundesamt für Naturschutz kann sämtliche Fragen beantworten, die bei der Reiseplanung zum Natur- und Landschaftsschutz aufkommen. 

Auch über Naturschutzgebiete und eventuell vorhandene Angebote dort erteilen die Mitarbeiter gern Auskunft und bringen somit immer ein bisschen Klarheit in die Reiseplanung. Wer sich vorab zu dem auch immer stärker gefragten Thema nachhaltiges Reisen im Allgemeinen informieren möchte, kann die Angebote auf der Webseite des BfN nutzen.

Eine weitere Anlaufstelle für diese Reiseplanung ist der DTV. Der Deutsche Tourismusverband hält verschiedene umfangreiche Informationen zu naturverträglichen Reisen bereit. Der Fokus liegt hier aber klar auf Reisen im Land. Geht es dagegen um internationale Reiseziele, ist die UN Welttourismusorganisation der erste Ansprechpartner. Die UNWTO bietet verschiedene Tipps und Informationen für den Ökotourismus.

Naturnaher Urlaub in der Nähe

Nicht immer muss für Reisen in die Ferne geschweift werden. Eine gute Alternative sind Angebote in der Umgebung. Da hier auf lange Anreisen verzichtet wird, sind Reiseangebote im näheren Umkreis umweltverträglicher. Darüber hinaus sind die lokalen Angebote oftmals kreativer und abwechslungsreicher als die klassische Pauschalreise. 

So wird hier auf außergewöhnliche Angebote gesetzt, bei denen der Urlaub mit der Teilnahme an diversen Umweltschutzprojekten verbracht wird. Eine der Organisationen, die sich dabei zum führenden Ansprechpartner entwickelt hat, ist die NABU. Für einige Menschen hat aber auch ein Urlaub zuhause im eigenen Garten, in dem man dann Vögel zählt oder seinen Garten verschönert und pflegt, einen hohen Stellenwert.

Auch in Deutschland gibt es zudem viele Bio-Bauernhöfe, die Urlaubsangebote bereithalten. Das Besondere an diesen Reisen sind die inbegriffenen Angebote. So geht es gerade beim Urlaub auf dem Bauernhof nicht nur um Erholung. Die Reisenden werden auch dazu animiert, auf den Höfen mitzuhelfen. 

So kann beispielsweise bei der Erntearbeit geholfen werden. Gerade bei Kindern sind die Bauernhofurlaube ausgesprochen beliebt, da sie viel Abwechslung versprechen. 

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Baumzelte überzeugen als neues Übernachtungsangebot

Ein Übernachtungsangebot, das in den vergangenen Jahren den Markt revolutioniert hat und für viel Aufsehen sorgte, sind die Baumzelte. 

Die Baumzelte lassen ein Hotel der etwas anderen Art entstehen, denn ganz ohne Beton, sondern mit Zelten, die sich leicht wieder demontieren lassen, entstehen hier inmitten einer urigen Atmosphäre beschauliche Übernachtungsmöglichkeiten. 

Die Baumzelte sind sicherlich ein wenig einfacher als dies mit klassischen Hotelzimmern der Fall ist. Trotzdem lassen sich die Anbieter hier einiges einfallen, um die Gäste zu sich zu locken.

So gibt es in einigen Baumhaushotels neben den Baumzelten beispielsweise eine Waldbar. Hier werden den Urlaubern inmitten der natürlichen Kulisse verschiedene Snacks und Getränke serviert. 

Es wird natürlich dabei immer darauf geachtet, dass das Angebot im Einklang mit der Natur realisiert wird. Auch an Duschen und sanitäre Einrichtungen anderer Art haben die Anbieter gedacht. So wird hier ähnlich wie beim Campingplatz auf separate Gebäude gesetzt.

Camping und Radtouren liegen beim naturnahen Reisen vorn

Für den naturnahen Urlaub muss das Rad nicht immer neu erfunden werden. Zwei Reiseformen, die ausgesprochen bekannt sind und sich hervorragend mit Natur- und Umweltbewusstsein vereinen lassen, sind Camping und Radtouren, die durch die verschiedensten Regionen Deutschlands führen. 

Es gibt wohl kaum ein Bundesland, in dem es nicht einen Campingplatz gibt. Beliebt sind diese Anlagen übrigens nicht nur für Urlauber, die mit dem Wohnwagen anreisen, sondern auch für diejenigen, die einen Urlaub im Zelt planen.

Die Kosten für die Übernachtungen auf dem Campingplatz sind überschaubar, sodass sich diese Reisen sicherlich auch mit einem knappen Budget durchführen lassen. Fragt man eingefleischte Camper, haben die jedoch auch einige Tipps auf Lager, wie man seinen Campingurlaub nicht nur möglichst kostengünstig, sondern auch bequem und komfortabel gestalten kann. 

Um beispielsweise auch im Urlaub naturnahe Aktivitäten in Anspruch zu nehmen, empfiehlt es sich die Fahrräder mitzunehmen. So können vom Standort aus verschiedene Radtouren unternommen werden. Wer flexibel sein möchte und ausreichend Kondition hat, kann sich auch gegen einen festen Standort entscheiden und mit dem Fahrrad durchs Land reisen.

So entfällt die Umweltbelastung durch die Fahrt mit dem Auto. Deutschland besitzt ein wirklich gut ausgebautes Netz an verschiedenen Fernradwegen. Hier können recht komfortabel mehrere Kilometer pro Tag mit dem Drahtesel zurückgelegt werden. Für die Nächte wird entweder ein Zelt mitgenommen oder eine der Pensionen ausgewählt, die sich in der Nähe des Radweges befinden.

Alle diejenigen, die im Winter ein besonderes Reiseabenteuer suchen, können ihren Urlaub zum Beispiel in einem der Iglu-Hotels verbringen. Gab es diese zunächst nur in Nordeuropa, sind die Iglu-Hotels heute beispielsweise auch in den Alpen zu finden. Die Betreiber setzen alles daran, um den Urlaubern den höchstmöglichen Komfort zu bieten. 

So gibt es hier inmitten einer atemberaubenden Location nicht nur Restaurants, sondern auch Whirlpools. Weiterhin lassen sich die Inhaber einiges in Sachen Unterhaltung einfallen. So werden beispielsweise auch Schneespaziergänge in den Nachtstunden organisiert. Wer es ein wenig abenteuerlicher mag, entscheidet sich für das Paragliding. 

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