Wegen Nazi-Glocken: Mann verklagt Kirche und Bischöfin

Erfurt - Ende Januar war bekannt geworden, dass auch in Thüringen noch immer Glocken verwendet werden, die eindeutig aus der Nazi-Zeit stammen. Das scheint nun eine Klage heraufbeschworen zu haben.

In Herxheim gab es Ärger um diese Glocke. Auch in Thüringen gibt es Glocken aus der Nazi-Zeit.
In Herxheim gab es Ärger um diese Glocke. Auch in Thüringen gibt es Glocken aus der Nazi-Zeit.  © DPA

Denn wie die TA berichtet, hat der Saarländer Gilbert Kallenborn bei der Staatsanwaltschaft Erfurt Klage gegen die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland und ihre Bischöfin Ilse Junkermann eingelegt.

Der Mann mit jüdischen Wurzeln kämpft schon lange gegen die Verwendung der Nazi-Glocken, besonders nach dem Fund der "Hitler-Glocke" in Herxheim machte er mit zahlreichen Klagen auf sich Aufmerksam.

Nun will er auch in Thüringen Veränderungen sehen. Besonders schmerze es ihn, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Nazi-Glocken am Holocaustgedenktag geläutet haben.

Wo die sechs betroffenen Glocken in Thüringen hängen, will die Kirche nicht bekanntgeben, man wolle vermeiden, dass diese Kirchen zu Wallfahrtsorten für Rechtsextreme werden.

Außerdem seien auf den Thüringer Glocken keine Hakenkreuze oder Bilder. Schriftzüge würden sie aber Eindeutung als Relikte aus der Nazizeit einordnen.

Kallenborn beziehe seine Klage darauf, dass die Kirche mit der Benutzung der Glocken gegen das Strafgesetzbuch verstoße. Demnach dürfen verfassungsfeindliche und verbotenen Nazidevotionalien nicht genutzt oder vorrätig gehalten werden.

Bei der Staatsanwaltschaft in Erfurt sei bisher keine Klage angekommen, man werden den Antrag aber prüfen und erst dann Ermittlungen in Gang setzen.

Titelfoto: DPA

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