Nazi-Morde bleiben unvergessen: Gedenkfeier für getötete Experiment-Kinder

Hamburg - In der ehemaligen Schule am Bullenhuser Damm in Hamburg-Rothenburgsort wird am Samstagnachmittag um 16 Uhr der 20 jüdischen Kinder gedacht, die dort kurz vor Kriegsende 1945 von der SS ermordet wurden.

Gedenksteine hängen im Rosengarten der Gedenkstätte Bullenhuser Damm, der hinter einer ehemaligen Schule am Bullenhuser Damm in Hamburg liegt. Nur wenige Tage vor der Befreiung Hamburgs durch britische Truppen ermordeten SS-Leute in der Schule Kinder im A
Gedenksteine hängen im Rosengarten der Gedenkstätte Bullenhuser Damm, der hinter einer ehemaligen Schule am Bullenhuser Damm in Hamburg liegt. Nur wenige Tage vor der Befreiung Hamburgs durch britische Truppen ermordeten SS-Leute in der Schule Kinder im A  © DPA

Ein Arzt der SS hatte die Kinder im Konzentrationslager Neuengamme zu medizinischen Experimenten missbraucht. Kurz vor der Einnahme Hamburgs durch die Briten wollten die Nazis die Spuren ihrer Verbrechen verwischen.

In der Nacht zum 21. April 1945 brachten sie die Jungen und Mädchen aus Polen, Italien, Frankreich, den Niederlanden und der Slowakei in das Schulgebäude und ermordeten sie im Keller. Neben den fünf bis zwölf Jahre alten Kindern töteten die SS-Männer zwei inhaftierte französische Mediziner, zwei niederländische Krankenpfleger und 24 sowjetische Häftlinge.

Das Gebäude diente damals in dem zerbombten Stadtteil Rothenburgsort als Außenstelle des KZ Neuengamme. Nach dem Krieg wurden sechs der Täter von einem britischen Militärgericht zum Tode verurteilt und hingerichtet. Der SS-Arzt wurde 1966 in der DDR zu lebenslanger Haft verurteilt. Ein weiterer SS-Mann musste nie für das Verbrechen büßen, saß allerdings wegen anderer Morde im KZ Buchenwald viele Jahre im Gefängnis.

Die Gedenkstätte in der seit 1987 geschlossenen Schule geht maßgeblich auf die Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm zurück. Inzwischen gehört der Gedenkort mit Ausstellung zur städtischen KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Auf der Feier am Samstag soll Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) eine Rede halten. Zu Grußworten werden die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano und Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) erwartet.

Ein rekonstruierter Stacheldrahtzaun vor einer ehemaligen Häftlingsunterbringung (heute Studienzentrum und Verwaltung) auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.
Ein rekonstruierter Stacheldrahtzaun vor einer ehemaligen Häftlingsunterbringung (heute Studienzentrum und Verwaltung) auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.  © DPA

Titelfoto: DPA

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