"Nazileibwächter": Netz empört über Polizei-Schutz für AfD-Politiker

Frankfurt - Seit Mittwoch (10. Oktober) sind die Pforten der weltgrößten Bücherschau in Frankfurt geöffnet. Neben allerlei Prominenz wie Fernsehmoderatorin Michelle Hunziker nahm auch AfD-Politiker Björn Höcke (46) die Gelegenheit wahr, auf dem Messegelände aufzuschlagen - unter verschärften Bedingungen.

Björn Höcke besuchte die Frankfurter Buchmesse am Freitag.
Björn Höcke besuchte die Frankfurter Buchmesse am Freitag.  © DPA

Denn für den Besuch des 46-Jährigen, der zur Präsentation eines Gesprächsbandes geladen wurde, wurden vorsichtshalber zusätzliche Polizeikräfte anberaumt, um für die Sicherheit im Rahmen der Veranstaltung zu sorgen. Das sorgte jedoch für reichlich Protest - vor allem im Netz.

Auf Twitter machten gleich mehrere User ihrem Ärger über die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen des Veranstalters Luft - und das auf ziemlich deutliche Art und Weise.

So schrieb ein User mit einem direkten Verweis an die Frankfurter Polizei: "Die @Polizei_Ffm als Nazileibwächter?" Die antwortete dem aufgebrachten Twitter-Hetzer umgehend und versuchte die Situation zu entschärfen.

"Die Absperrung ist notwendig um ein Aufeinandertreffen der Konfliktgruppen zu verhindern. Wir gewährleisten damit die Sicherheit aller Messebesucher". Trotz der Anmerkung "den Heini ja lieber auf den Mond schießen" zu wollen gab sich der entnervte User mit dieser Erklärung zufrieden.

In einem weiteren Kommentar zum Besuche Höckes auf der Frankfurter Buchmesse hieß es von einem ebenfalls wenig begeisterten User: "Hat er doch wieder erreicht, was er wollte - mehr Aufmerksamkeit als er verdient".

Trotz einiger Beschwerden sorgte die Aktion der Polizei aber schließlich für eins - Sicherheit auf einer Veranstaltung mit vielen tausend Besuchern, die sich zum größten Teil wohl auch nicht weiter für den "hohen" Besuch interessierten.

"DIE PARTEI"-SATIRIKER ERSCHEINT IN VON STAUFFENBERG-OUTFIT

Europaabgeoordneter und Satiriker Martin Sonneborn tauchte in einer Kostümierung auf, die an Hitler Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg erinnerte.
Europaabgeoordneter und Satiriker Martin Sonneborn tauchte in einer Kostümierung auf, die an Hitler Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg erinnerte.  © DPA

AfD-Politiker Höcke stellte am Freitag einen Gesprächsband auf der Frankfurter Buchmesse vor. Der Verlag Manuscriptum hatte zu einer Podiumsdiskussion in einem Saal eingeladen.

Dort ist das Buch "Nie zweimal in denselben Fluss" erschienen, in dem der Publizist Sebastian Hennig Gespräche mit Höcke führt. Die Veranstaltung mit Höcke und seinen Anhängern verlief ohne Zwischenfälle.

Vor Beginn protestierte der Europaabgeordnete und Satiriker Martin Sonneborn (Die Partei) gegen den Besuch des Thüringer AfD-Fraktionschefs auf der weltgrößten Bücherschau. Sonneborn war mit Uniform, Augenklappe und Aktentasche kostümiert, was an den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg erinnerte.

Höckes gilt als als Wortführer des rechten Flügels der AfD. Im vergangenen Jahr war es bei seinem Messe-Besuch zu Handgreiflichkeiten zwischen seinen Anhängern und Gegendemonstranten gekommen.

Die Messeleitung hatte daraufhin ihr Sicherheitskonzept überarbeitet.

Titelfoto: DPA/Screenshot Twitter, ardbuchmesse

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