Erste Flucht seit 100 Jahren! Mann (32) gelingt spektakulärer Ausbruch aus "Folterkammer"

Neapel - Während die anderen Insassen auf dem Weg zum Gottesdienst waren, nutzte ein Pole in einem Gefängnis in Neapel die Gunst der Stunde, um zu türmen.

Im Poggioreale-Gefängnis soll es viel zu wenige Wärter geben, deshalb sei auch die Flucht geglückt. (Symbolbild)
Im Poggioreale-Gefängnis soll es viel zu wenige Wärter geben, deshalb sei auch die Flucht geglückt. (Symbolbild)  © 123rf.com/lightfieldstudios

Dem 32-Jährigen gelang am Sonntag die Flucht aus dem berüchtigten Poggioreale-Gefängnis in Neapel, berichtet das polnische Nachrichtenportal "Polsat News" und beruft sich dazu auf italienische Medien.

Der Gefangene entkam mit Hilfe von zusammengeknoteten Bettlaken, an denen er an einer Mauer hinunterrutschte, während alle anderen in die Kapelle zur Messe gingen.

Das Spektakuläre daran: Es ist die erste Flucht aus diesem Gefängnis seit 100 Jahren!

Das neapolitanische Poggioreale gilt als das am meisten überfüllte Gefängnis in Europa. Die Bedingungen dort seien sehr rau, unter anderem sitzen bestrafte Mafiosi dort ein.

Der Pole heißt Robert L. und saß seit Dezember 2018 wegen Mordes an einem Mann aus der Ukraine im Knast.

Der Chef der Gewerkschaft der Gefängniswärter in Neapel, Luigi Castaldo, sagte, der Grund für die gelungene Flucht sei der Mangel an Personal im Gefängnis, in dem 2500 Gefangene von etwa 200 Beamten bewacht werden.

Der italienische Investigativ-Journalist und Autor Roberto Saviano kritisierte bereits die erschütternden Zustände in Italiens Gefängnissen in seinem viel beachteten Beitrag in "Repubblica". Von Menschlichkeit könne dort nicht mehr die Rede sein.

Vor allem Poggioreale gelte als "Folterkammer", weil Häftlinge über lange Zeit isoliert und im so genannten "Room Zero" misshandelt werden und brutaler Gewalt ausgesetzt seien.

Titelfoto: 123rf.com/lightfieldstudios


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