Nebenkosten-Abrechnung: Darauf sollte man achten

Deutschland - Einmal im Jahr flattert die Nebenkostenabrechnung ins Haus. Viele Mieter erwarten diese oft mit einem mulmigen Gefühl und fürchten, hohe Summen nachzahlen zu müssen. Hat sich der Mieter womöglich verrechnet oder haben sich falsche Nebenkosten eingemogelt? Meist zahlen wir die Summe anstandslos. Dabei lohnt es sich manchmal, das Schreiben vorher gründlich zu hinterfragen.

Nebenkosten für Heizen, Kabelfernsehen und die Müllabfuhr machen in Deutschland im Schnitt ein Viertel der Miete aus.
Nebenkosten für Heizen, Kabelfernsehen und die Müllabfuhr machen in Deutschland im Schnitt ein Viertel der Miete aus.  © Jens Kalaene/dpa

Datum checken

Ob ein Mieter die Nebenkostenabrechnung zahlen muss, hängt davon ab, wann die Rechnung ins Haus geflattert ist. Denn: Spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraumes sollte sie der Mieter erhalten haben.

Ein Beispiel: Werden die Nebenkosten vom 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2018 abgerechnet, so muss die Rechnung spätestens am 31. Dezember 2019 im Briefkasten liegen. Kommt sie später, ist sie unwirksam. Auch wenn der Vermieter den Zeitraum falsch berechnet, ist die Forderung ungültig.

Eine verspätete Nachforderung muss der Mieter nicht zahlen, Rückerstattungen stehen ihm trotzdem zu. Gut zu wissen: Selbst wenn die späte Zustellung Schuld der Post ist, müssen Sie nicht zahlen.

Alles gecheckt und nichts zu beanstanden? Dann darf man sich auch zufrieden zurücklehnen.
Alles gecheckt und nichts zu beanstanden? Dann darf man sich auch zufrieden zurücklehnen.  © 123RF

Auf Fehler prüfen

Zuallererst wird überprüft, ob die Abrechnung formell korrekt und vollständig ist. Enthalten sein müssen: eine Auflistung der Gesamtkosten, die Angabe und Erläuterung des Verteilerschlüssels, welchen Anteil der Mieter zahlen soll und die Angabe über mögliche Vorauszahlungen. Fehlt eine der Angaben oder ist sie fehlerhaft, ist die Rechnung unwirksam.

• Riskiert einen Blick in den Mietvertrag. Denn die Nebenkosten sind im Mietvertrag festgelegt. Der Vermieter darf also auch nur die im Vertrag genannten Kosten abrechnen.

• Checkt die Verteilerschlüssel: Vermieter können in der Regel zwischen vier verschiedenen Verteilerschlüsseln wählen: nach Verbrauch, nach Wohnfläche, nach Anzahl der Personen oder nach Wohneinheit. Welchen Verteilerschlüssel ein Vermieter anwenden möchte, muss er dem Mieter im Vorfeld mitteilen.

• Habt Ihr einen begründeten Verdacht, dass die Nebenkosten zu hoch angesetzt sind, dürft Ihr Einsicht in die Originalbelege der Abrechnung anfordern. Aber Achtung: Das gilt nur in Sonderfällen, zum Beispiel wenn ein Mieter in Dresden wohnt, seine Hausverwaltung aber in Berlin sitzt.

Widerspruch einlegen

Ist die Rechnung fehlerhaft, haben Mieter das Recht, Widerspruch einzulegen. Dafür habt Ihr ein Jahr lang nach Eingang der Nebenkostenabrechnung Zeit. Der Widerspruch ist übrigens auch dann noch möglich, wenn der Mieter die Nachforderung bereits bezahlt hat.

Titelfoto: Jens Kalaene/dpa


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