Bekannter Neonazi und Rechtsrock-Veranstalter kauft große Freifläche

Kloster Veßra/Erfurt - Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) hat sich bestürzt darüber gezeigt, dass möglicherweise ein Veranstalter von Rechtsrock-Konzerten eine größere Fläche in Südthüringen ersteigert hat.

Auch diese Gaststätte gehört dem bekannten Neonazi und wird immer wieder für rechte Veranstaltungen genutzt.
Auch diese Gaststätte gehört dem bekannten Neonazi und wird immer wieder für rechte Veranstaltungen genutzt.

Er rechne damit, dass dies weitere Konzerte in der Region zur Folge haben könnte, sagte Maier der Deutschen Presse-Agentur.

Der Minister äußerte zudem die Befürchtung, dass die Ersteigerung der Fläche in Kloster Veßra "Möglichkeiten schafft, die für uns schwer zu händeln sind, wenn es darum geht, Verbote auszusprechen." Zuvor hatten mehrere Medien über den Erwerb des Grundstücks berichtet.

Die ersteigerte, etwa 3000 Quadratmeter große Fläche soll sich in unmittelbarer Nähe des Gasthauses "Goldener Löwe" befinden. Dieses wird im Thüringer Verfassungsschutzbericht 2017 als "Treffpunkt und Anlaufobjekt der rechtsextremistischen Szene in Südthüringen" bezeichnet.

Demnach gibt es dort regelmäßig Konzerte, Liederabende und Vorträge. Der Betreiber der Gaststätte, Tommy Frenck, war laut Verfassungsschutzbericht auch einer der Verantwortlichen des Neonazi-Konzerts in Themar (Kreis Hildburghausen) im vergangenen Jahr. Zu dem Festival waren im Sommer 2017 rund 6000 Rechtsextreme aus ganz Europa angereist.

Der Preis für die nun ersteigerte Fläche lag über dem Verkehrswert, wie eine Sprecherin des Amtsgerichts Sonneberg sagte. Eine Sicherheit sei hinterlegt worden.

Georg Maier ist bestürzt über die Vergabe des Grundstücks.
Georg Maier ist bestürzt über die Vergabe des Grundstücks.  © DPA

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