Neonazi möchte altes Schloss kaufen, Innenminister will das verhindern

Eisfeld - Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) will sich dafür einsetzen, dass ein Schloss in Südthüringen nicht in die Hände eines Rechtsextremisten fällt.

Georg Maier will verhindern, dass das Schloss in die Hände der Rechtsextremisten fällt.
Georg Maier will verhindern, dass das Schloss in die Hände der Rechtsextremisten fällt.  © DPA

"Wir werden alles dafür tun, um das zu verhindern", sagte Maier am Dienstag. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, dass ein bekannter Rechtsextremist das Schloss im Eisfelder Ortsteil Bockstadt kaufen will.

Laut Maier ist es aber nicht die einzige Immobilie, die der Mann im Blick hat. "Mittlerweile erfahren wir früh von solchen Plänen", sagte Maier und betonte, dass immer auch die Verkäufer in der Verantwortung stünden, die es sich nicht zu einfach machen dürften, ihre Immobilie an Rechtsextremisten zu verkaufen.

Der Eisfelder Bürgermeister Sven Gregor (Freie Wähler) sagte auf Anfrage, er stehe in engem Kontakt mit dem Innenministerium.

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Bei dem Schloss handele es sich um ein Einzeldenkmal. In solchen Fällen habe die Stadt möglicherweise ein Vorkaufsrecht.

"Ich gehe davon aus, dass sich an diesem Status nichts geändert hat", sagte Gregor. Entschieden sei aber nichts. "Wenn es wieder verkauft werden soll, werden wir eine Entscheidung treffen", sagte Gregor.

Als Interessent gilt der Südthüringer Neonazi Tommy Frenck, der ebenfalls im Kreis Hildburghausen eine Gaststätte betreibt und im Thüringer Verfassungsschutzbericht als Rechtsextremist geführt wird. Die Gaststätte gilt demnach als Treffpunkt der rechtsextremen Szene mit Konzerten, Liederabenden und Vorträgen.

Frenck war 2017 nicht nur der Veranstalter eines Rechtsrock-Konzerts mit tausenden Besuchern aus ganz Europa, sondern macht auch in der vergangenen Woche erst Schlagzeile mit einem Bier, dass er mit Nazi-Symbolen in einem Getränkehandel verkauft hatte.

Tommy Frenck führte eine Gaststätte in thüringischen Kloster Veßra, die immer wieder zum Szenetreff für Neonazis wird.
Tommy Frenck führte eine Gaststätte in thüringischen Kloster Veßra, die immer wieder zum Szenetreff für Neonazis wird.  © DPA

Titelfoto: DPA

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