Vier Männer aus rechter Szene vor Gericht, Angeklagter flüchtet aus Gerichtssaal

Eisenach - Vor dem Amtsgericht Eisenach hat ein Prozess gegen vier junge Männer aus der rechten Szene begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem Körperverletzung und Diebstahl vor. Doch der Prozess nahm eine unerwartete Wendung.

Vier junge Männer stehen in Eisenach vor Gericht. (Symbolbild)
Vier junge Männer stehen in Eisenach vor Gericht. (Symbolbild)  © DPA

Der 20 Jahre alte Hauptangeklagte räumte am Donnerstag einige Vorwürfe ein. So gab er unter anderem zu, 2017 einen Mann in der Stadt geschlagen zu haben.

Er bestritt jedoch den Vorwurf, 2015 an Schmierereien auf dem Gelände einer jüdischen Gedenkstätte in der Stadt beteiligt gewesen zu sein.

Die Staatsanwaltschaft Meiningen wirft den Angeklagten zahlreiche Straftaten zwischen 2015 und 2018 vor allem in Eisenach vor. Alleine die Verlesung der Anklage habe bereits 40 Minuten in Anspruch genommen, so die TLZ.

Besonders verwunderlich wurde es dann aber gegen Mittag, als einer der Angeklagte einfach aus dem Gerichtssaal verschwand. Da die anderen Angeklagten alle minderjährig waren, als die Taten begangen worden seien sollen, wurde der Prozess nun nicht mehr öffentlich weitergeführt.

Die Angeklagten machen aus ihren politischen Überzeugungen aber bereits zuvor keinen Hehl. Vor Gericht bezeichnete sich der Hauptangeklagte als "Rechtsaktivist".

Nachdem die Verhandlung für eine Weile unterbrochen gewesen war, konnte der Ausreißer zwar wieder von der Polizei zurückgebracht werden, allerdings hatte der Richter da seine Verfahren schon von den anderen getrennt. Die Straftaten werden nun also in einem einzelnen Verfahren beurteilt.

Nach Einschätzung der Opferberatungsorganisation ezra hat sich Eisenach zu einem Zentrum rechter Gewalt in Thüringen entwickelt.

Titelfoto: DPA

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