Bei Neonazis beliebte Marke: Mysteriös-Neueröffnung von Thor Steinar löst Protest-Sturm aus

Neubrandenburg - Kaum eine Modemarke liefert so viel medialen Zündstoff wie Thor Steinar. Nun, wie aus heiterem Himmel, eröffnet in Neubrandenburg eine Filiale des umstrittenen und bei Neonazis beliebten Modelabels – und das sorgt für Unmut und Kritik.

Mit Kleidung der Modemarke Thor Steinar ist ein Mann während einer Kundgebung bekleidet. (Archivbild)
Mit Kleidung der Modemarke Thor Steinar ist ein Mann während einer Kundgebung bekleidet. (Archivbild)

Zuvor hatte der Nordkurier davon berichtet. Doch alles auf Anfang:

Wie aus heiterem Himmel verkündete das Modelabel am späten Mittwochabend auf seiner Facebook-Seite:

"Große Neueröffnung: Wir laden Euch recht herzlich zur großen Neueröffnung unserer Filiale in Neubrandenburg ein." Doch wie lautet die Adresse in Neubrandenburg? Wann genau würde die Filiale eröffnen? Das Modelabel hüllte sich in Schweigen, gab nichts weiter preis.

Stattdessen erfuhren die Leser nur: Mehrere Informationen sollen dann am Donnerstagmorgen kommen, hieß es weiter in dem Posting. Wenig verwunderlich also, dass einige User irritiert waren. Während sich der Großteil der User begeistert zeigte, formte sich bereits erste zarte Kritik im Kommentarbereich: "15 Jahre zu spät", schrieb ein Nutzer.

Bald darauf rief die Neueröffnung auch Neubrandenburg Nazifrei auf den Plan. Das Bündnis forderte zum Protest des Ladens in der Stadt auf: "Wir werden so eine Art von braunen Szenetreff in der Stadt, der für diese als Anziehungspunkt dient und vor allem auch Kohle in diese Kreise fließen lässt, nicht dulden", schilderten sie ihren Standpunkt auf ihrer Facebook-Seite am Mittwochabend.

Und weiter heißt es dort: "Wir werden so eine Art von braunen Szenetreff in der Stadt, der für diese als Anziehungspunkt dient und vor allem auch Kohle in diese Kreise fließen lässt, nicht dulden!"

Fraglich ist, ob sich die Filiale halten wird. Randnotiz: 2016 eröffnete unter großem Protest und mit Polizeiaufgebot ein Thor-Steiner-Laden in Norderstedt (Schleswig-Holstein) – und musste nach zwei Stunden seine Pforten wieder schließen. (TAG24 berichtete)

Die Logos von Thor Steinar sind bei Neonazis beliebt und gelten nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes Brandenburg als "identitätsstiftender Erkennungs-Code" unter Rechtsextremisten. Das Tragen von Thor-Steinar-Kleidung ist im Landtag Mecklenburg-Vorpommern sowie in diversen Fußballstadien verboten.


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