Mord-Prozess um die kleine Leonie (†6): Bringen weitere Zeugen die Wahrheit ans Licht?

Neubrandenburg - Am Landgericht Neubrandenburg wird am Dienstag (9 Uhr) der Mordprozess um den Tod der sechsjährigen Leonie aus Torgelow (Vorpommern-Greifswald) fortgesetzt.

Der Angeklagte wird in den Gerichtssaal geführt.
Der Angeklagte wird in den Gerichtssaal geführt.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Die Schwurgerichtskammer will unter anderem eine Notfallseelsorgerin und einen Sanitäter als Zeugen hören, die am 12. Januar in der Wohnung der Familie waren.

Davon erhofft sich die Kammer weitere Details darüber, ob der angeklagte Stiefvater das Mädchen vor ihrem Tod misshandelt hat oder nicht.

Dem 28 Jahre alten Stiefvater von Leonie wird Mord durch Unterlassen und Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen. Er soll das Mädchen dermaßen misshandelt haben, dass es infolge der Verletzungen starb.

Um die Misshandlungen zu verdecken, habe er erst viel zu spät Rettungskräfte informiert, hieß es in der Anklage.

Der Mann schweigt bisher vor Gericht. Bei Vernehmungen hatte er angegeben, dass Leonie mit einem Puppenwagen nachmittags eine Treppe im Hausflur hinuntergestürzt sei. Das bezweifeln Ermittler aber.

Die Mutter des Kindes soll nach Angaben eines Anwaltes an dem Nachmittag nicht zu Hause gewesen sein. Als sie nach Hause kam und den plötzlich schwachen Zustand ihres Kindes bemerkte, habe sie Hilfe holen wollen, soll aber vom Angeklagten daran gehindert worden sein.

Rettungskräfte wurden am 12. Januar erst viereinhalb Stunden nach dem angeblichen Sturz des Mädchens gerufen - vom Stiefvater per Handy. Der Angeklagte will sich später zu den Vorwürfen äußern.

Eine Gedenkstätte wurde vor dem Eingang des Hauses eingerichtet.
Eine Gedenkstätte wurde vor dem Eingang des Hauses eingerichtet.  © Stefan Sauer/dpa

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