Dieser Forscher löst das sächsische Erdbeben-Rätsel

Dr. Siegfried Wendt (66) von der Erdbebenwarte Collm hat nun mit Kollegen die Daten von 2014 ausgewertet. Es gibt keine veränderte Erdbeben-Aktivität im Vogtland.
Dr. Siegfried Wendt (66) von der Erdbebenwarte Collm hat nun mit Kollegen die Daten von 2014 ausgewertet. Es gibt keine veränderte Erdbeben-Aktivität im Vogtland.

Wermsdorf - Im Jahr 2014 hatte es im Vogland eine Reihe ungwöhnlicher Erdbeben gegeben - statt der üblichen Schwärme hatte es mehrere sogenannten Serien mit größeren, dominanten Beben gegeben.

Nun hat eine Forschergruppe die Daten ausgewertet - Ergebnis: Es liegt keine Änderung der Erdbeben-Aktiviät in der Region vor. Vor einem Jahr deuteten die Forscher das noch als Hinweis auf eine veränderte Lage.

Der Geophysiker Siegfried Wendt von der Erdbebenwarte Collm meint nun, es habe sich prinzipiell nichts geändert. "Wenn man historisch zurückguckt, dann hat es immer mal Serien mit dominanten Beben gegeben", sagte Wendt.

Am 31. Mai, Anfang Juni und Anfang August 2014 hatten die Seismologen die Serien registriert. Das große Beben war dabei jeweils deutlich stärker als die folgenden. "Das war schon etwas ungewöhnlich."

Doch 2015 seien auch wieder die normalen Schwarmbeben aufgetreten, zum Beispiel im März und Anfang Juli, erläuterte Wendt. Dabei gibt es viele Einzelbeben, die aber alle eine gleich geringe Magnitude habe.

Das Vogtland ist eine der Erdbebenregionen in Sachsen. Ein zweite liegt bei Leipzig, auf der sogenannten Regensburg-Leipzig-Prignitz-Rostock-Störung.

Einzelne Schläge dort seien stark genug, auch mal einen Gebäudeschaden zu verursachen, sagte Wendt.

"Aber es wird nie so flächenhafte Schäden geben, wie man sie aus anderen Regionen der Welt kennt. Dazu ist die geologische Situation nicht gegeben." Mehr als eine Magnitude von allerhöchstens fünf sei in Sachsen nicht möglich.

Foto: Frank Schmidt


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