Vor Start in die Fußball-Saison: Das sind die neuen Regeln ab der kommenden Spielzeit!

Frankfurt am Main - Am Freitag startet mit der 3. Liga die erste der drei Profi-Ligen. Ab dieser Saison gelten nach Beschluss der International Football Association Board (IFAB) einige neue Regeln.

Diese Szene hat letzte Saison für mächtig Wirbel gesorgt. Nun soll Schluss sein mit dem Handspiel-Wirr-Warr.
Diese Szene hat letzte Saison für mächtig Wirbel gesorgt. Nun soll Schluss sein mit dem Handspiel-Wirr-Warr.  © Jan Woitas/ZB/dpa

Zunächst eines der wohl am heißesten diskutierten Regelauslegungen: Das Handspiel.

Seit den 1.Juni gilt bereits, dass jedes Tor, welches mit der Hand erzielt wurde, irregulär ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Handspiel dem jeweiligen Spieler absichtlich oder unabsichtlich unterlief.

Gleiches gilt, wenn das Handspiel einen Ballbesitz hervorruft und sich daraus ein klarer Vorteil ergibt - sprich im Anschluss beispielsweise ein Tor fällt.

Die Regel mit der "unnatürlich vergrößerten Körperfläche" bleibt weiterhin bestehen. Springt der Ball vom eigenen oder gegnerischen Körper in unkontrolierter Weise an die Hand, soll hingegen kein Pfiff des Schiedsrichters mehr folgen.

Selbiges gilt, wenn sich ein Spieler beispielsweise beim Tackling abstützt und den Ball dabei an den Arm oder die Hand bekommt.

Neuerungen auch bei Straf-, Ab- und Freistößen

Auch die Torhüter haben einige Regeländerungen zu beachten.
Auch die Torhüter haben einige Regeländerungen zu beachten.  © Arne Dedert/dpa

Bei Freistößen in Tor-Nähe dürfen ab einer Verteidiger-Anzahl von Minimum drei Spielern, keine gegnerischen Spieler mehr in der Mauer stehen. Es ist ein Mindest-Abstand von einem Meter zur Mauer einzuhalten - passiert dies nicht, gibt es einen indirekten Freistoß.

Weiterhin darf ein Freistoß auch dann schnell ausgeführt werden, sollte der Unparteiische gegebenenfalls noch vorhaben, eine Verwarnung oder einen Platzverweis auszusprechen. Die Karte kann der Schiedsrichter dem jeweiligen Spieler auch bei der nächsten Unterbrechung zeigen.

Auch alle Torhüter müssen jetzt genau lesen: Bei einem Elfmeter muss der Keeper nun nicht mehr mit beiden Beinen auf der Linie stehen. Es reicht, wenn ein Fuß die Torlinie berührt.

Bei Abstößen darf der Torwart seine Mitspieler nun auch im Strafraum anspielen. Sobald der Ball den Fuß des Torhüters verlässt, dürfen dann auch die gegnerischen Spieler die Strafraumlinien übertreten und den Ball berühren. Wichtig ist nur, dass die Gegner vor dem Abstoß des Keepers mindestens 9,15 m vom Ball entfernt stehen.

Auch der "Rückpass" wurde revolutioniert: Bekommt ein Torwart einen Rückpass seines Mitspielers und versucht er diesen zu klären, trifft den Ball aber aufgrund von technischen oder Platzmängeln nicht richtig, kann er anschließend den Ball mit den Händen aufnehmen.

Die IFAB setzt dabei jedoch voraus, dass der Torhüter den Ball unabsichtlich "nicht richtig trifft".

Karten für die Trainer, Münzwurf und Auswechslungen. Schieri nicht mehr Luft

Ist absofort nicht mehr "Luft". Schiedsrichter Felix Brych.
Ist absofort nicht mehr "Luft". Schiedsrichter Felix Brych.  © Mike Egerton/PA Wire/dpa

Fortan können nicht mehr nur die Akteure im Trikot mit Karten bestraft bedacht werden, sondern auch die Trainer!

Die Unparteiischen können nun auch Trainern und Offiziellen Gelbe und Rote Karten zeigen. Sollte ein Spieler nach einem Vergehen nicht ausfindig gemacht werden können, erhält der Trainer automatisch dessen Karte. Sollte es sich um eine rote Karte handeln, kann der Trainer demzufolge auch des Innenraumes verwiesen werden.

Vor jedem Spiel gibt es den obligatorischen Münzwurf um die "Seitenwahl". Der Gewinner des Münzwurfes durfte sich dann aussuchen, in welche Richtung er zuerst spielen möchte. Der Ball geht anschließend an den unterlegenen Kapitän. In Zukunft kann sich der "Gewinner" des Münzwurfes aber auch den Anstoß anstelle der Seitenwahl schnappen.

93. Minute, taktischer Wechsel - Zeitspiel. Diese "Zeiten" sind vorbei: Ab sofort muss der zur Auswechslung angezeigte Spieler an der für ihn nächsten Linie das Feld verlassen. Er muss also nicht mehr zur Mittellinie und am Einwechselspieler vorbei das Feld verlassen.

Über ihre Auswechslung verärgerte Spieler können somit gerne auch auf der Torlinie das Feld verlassen um eine, ungewollten Handshake mit ihren Trainer aus dem Weg gehen zu können.

Wird der Schiedsrichter angeschossen und ändert sich somit die Spielrichtung, der Ballbesitz oder fällt gar ein Tor, wird abgepfiffen und es gibt "Schiedsrichter-Ball".

Der Referee ist demzufolge nicht mehr "Luft" und das Spiel läuft nicht wie bisher einfach weiter, als wäre nichts gewesen.

Die IFAB hat sich einiges an Regeländerungen einfallen lassen.
Die IFAB hat sich einiges an Regeländerungen einfallen lassen.  © Ennio Leanza/KEYSTONE/dpa

Titelfoto: Jan Woitas/ZB/dpa

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