Neue Vorwürfe gegen Landrats-Vize: Was lief da wirklich mit dem neuen NPD-Chef?

Ministerpräsident und CDU-Chef Stanislaw Tillich (58) spricht mit Blick auf 
die NPD-Kontakte von „Einzelfällen“.
Ministerpräsident und CDU-Chef Stanislaw Tillich (58) spricht mit Blick auf die NPD-Kontakte von „Einzelfällen“.  © dpa/Sven Hoppe

Bautzen - In der Affäre um seine NPD-Kontakte gerät der Bautzner Vize-Landrat Udo Witschas (45, CDU) weiter unter Druck: Er hatte Kontakt zu einem zweiten NPD-Mann. Erstmals kommt derweil Kritik von Sachsens CDU-Chef, Ministerpräsident Stanislaw Tillich (58).

„Das ist überflüssig. Man braucht mit der NPD nicht über Deeskalationsstrategien zu reden“, sagte Tillich dem „Tagesspiegel“. Witschas hatte angesichts der Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen und Rechten mit dem früheren NPD-Kreis-Chef Marco Wruck (32) sehr vertraut kommuniziert.

Jetzt wurde indes bekannt, dass Witschas auch mit dem neuen NPD-Chef Jürgen Kühn sprach! Das Landratsamt wiegelt ab: Kühn habe sich im Amt gemeldet und Witschas über den Personalwechsel informiert. „Herr Witschas nahm diese Information zur Kenntnis. Weitere Inhalte wurden nicht besprochen“, hieß es.

Stimmt nicht, so Kühn bei Facebook: „Insgesamt war ich ca. 45 Minuten im Landratsamt.“ Es habe sehr wohl weitere Gesprächsthemen gegeben. Die Bautzner Bundestagsabgeordnete Caren Lay (44, Linke): „Das Maß ist nun endgültig voll.“

Landrat Michael Harig (57, CDU) will sich erst am Montag bei der Sondersitzung des Kreistags zu den neuen Vorwürfen äußern. Dort geht es um die Abwahl von Witschas.

Der Bautzner Vize-Landrat Udo Witschas (45, CDU) gerät durch die NPD-Affäre 
weiter in Bedrängnis. Noch hält die CDU zu ihm.
Der Bautzner Vize-Landrat Udo Witschas (45, CDU) gerät durch die NPD-Affäre weiter in Bedrängnis. Noch hält die CDU zu ihm.  © Thomas Türpe

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