SPD-Politiker will Frauentag als neuen Feiertag

Berlin - Bekommt Berlin einen neuen Feiertag? Vorschläge gab es schon viele, nun stellt sich SPD-Fraktionschef Red Saleh (41) hinter einen besonderen Tag im März. Der 41-Jährige favorisiert den Weltfrauentag (8. März).

Raed Saleh favorisierte schon vor Wochen den Weltfrauentag.
Raed Saleh favorisierte schon vor Wochen den Weltfrauentag.

"Es gibt gute Gründe, auch andere Tage zu wählen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Er bevorzuge aber den Frauentag. Der Tag habe zum Beispiel keinen religiösen Bezug und schließe damit niemanden aus. An diesem Mittwoch will nach Angaben von Saleh der Koalitionsausschuss über einen möglichen neuen Feiertag sprechen.

Bei seinem Urlaub in den Palästinensergebieten, wo er geboren wurde, habe er mit Frauenrechtlerinnen gesprochen und gesehen, wie wichtig der Kampf für Frauenrechte noch sei. Auch in Deutschland gebe es noch Probleme, etwa bei der Bezahlung oder der Verteilung von Jobs.

Der Frauentag könne auch ein Signal an alle Menschen im Land sein, dass gleiche Rechte für Frauen unverhandelbar seien. "Das wäre auch an die moderne Einwanderungsgesellschaft ein Statement", sagte Saleh. "Gleiche Rechte für Frauen sind Teil der deutschen Leitkultur."

Bisher gibt es unterschiedliche Meinungen im rot-rot-grünen Senat. Darunter sind auch skeptische Stimmen, ob es wirklich einen weiteren Feiertag braucht. Regierungschef Michael Müller (53, SPD) hatte im Frühjahr der Zeitung "Die Welt" gesagt, die Frage sei nicht so sehr, ob Berlin einen Feiertag bekomme, "sondern eher welchen".

Berlin gehört zu den Bundesländern mit den wenigsten arbeitsfreien Feiertagen. Aktuell sind es 9, in großen Teilen Bayerns gibt es dagegen 13 Feiertage. Die Debatte hatte zuletzt auch durch einen Vorstoß der norddeutschen Länder Fahrt aufgenommen. In Berlin müsste das Abgeordnetenhaus einen Feiertag beschließen.

Müller kann sich laut "Berliner Morgenpost" den 18. März vorstellen, als Erinnerung an die Märzrevolution 1848, aber auch andere Daten (TAG24 berichtete). Die Berliner Linken favorisieren den 8. Mai als Tag der Befreiung von der Nazi-Diktatur. Saleh stellt sich nun hinter die SPD-Abgeordnete Iris Spranger, die in einer Online-Petition fast 24.000 Unterschriften für den Frauentag gesammelt hat (TAG24 berichtete).


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