Neuer Skandal! Pilzgift in Sachsen-Weinen entdeckt

Das Ehepaar Ulrich (beide 46) in Diesbar-Seußlitz.
Das Ehepaar Ulrich (beide 46) in Diesbar-Seußlitz.  © türpe

Meißen - Sachsen hat einen neuen Weinskandal. Wieder einmal wurde im vergorenen Traubensaft ein unerlaubter Stoff gefunden, wie bereits 2015/2016 (TAG24 berichtete). Nun haben Carola und Jan Ulrich die Sache öffentlich gemacht. Die zwei 46-jährigen Winzer betreiben in Diesbar-Seußlitz ein Weingut.

Auch der vorangegangene Weinskandal im Meißner Raum war durch das Paar publik geworden. Damals tauchten Rückstände des Insektengifts Dimethoat auf, das ein Zulieferer der Familie unerlaubt verwendet hatte. Wie auch im aktuellen Fall traf das Weingut Ulrich nachgewiesenermaßen keine Schuld!

Damals war eine Charge Beerenmost des Goldrieslings kontaminiert. Jetzt ist es die Sorte Kerner. "In zwei von drei Proben wurden überschrittene Grenzwerte registriert. Es sind winzige Mengen“, so Jan Ulrich.

Doch der Wein - 2500 Liter - kann nicht verkauft werden. Die Sprecher des sächsischen Umwelt- und des Verbraucherschutzministeriums bestätigen die Funde. Es geht um den Wirkstoff Dimoxystrobin, ein Pilzmittel, das vor allem im Weizen- und Rapsanbau verwendet wird.

Entdeckt wurde es von der Landesuntersuchungsanstalt (LUA). Fatal: Laut Jan Ulrich stach die LUA die Information ohne Absprache durch.

"Dazu reichen wir Dienstaufsichtsbeschwerde ein!“, so Carola Ulrich. Auch die 80 Trauben-Zulieferer bekommen die Konsequenzen zu spüren. Weil nicht klar ist, wer den im Weinbau verbotenen Wirkstoff einsetzte, wird dem Großteil gekündigt.

Die müssen nun sehen, wo ihre Trauben bleiben. Und: Das Landesumweltamt sucht jetzt direkt an den Weinhängen nach dem Verursacher.

Winzer Jan Ulrich bei der Qualitätsprüfung in seinem Weingut.
Winzer Jan Ulrich bei der Qualitätsprüfung in seinem Weingut.  © Thomas Türpe

Titelfoto: Thomas Türpe


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