Neuer Trend im Anmarsch: Jetzt gibt's die Repaircafés!

Dresden - Die Stereoanlage gibt keinen Mucks mehr von sich und der Staubsauger streikt mal wieder. Eigentlich wären sie mit ein bisschen Know-how im Handumdrehen repariert. Meist landen die defekten Geräte aber im Müll. Das muss nicht sein, wie das Repair-Café in Gruna zeigt.

Jeden vierten Donnerstag im Monat wird im Streetwork-Büro "Sofa9" in der Rosenbergstraße fleißig zusammen getüftelt.
Jeden vierten Donnerstag im Monat wird im Streetwork-Büro "Sofa9" in der Rosenbergstraße fleißig zusammen getüftelt.  © Thomas Türpe

An jedem vierten Donnerstag im Monat können handwerklich weniger Begabte im Streetwork-Büro "Sofa9" (Rosenbergstraße 12) defekte Geräte unter fachkundiger Anleitung selbst reparieren.

Dietrich Schildbach (69) reiste extra aus Bad Gottleuba an, um sich bei der Reparatur seines Staubsaugers unter die Arme greifen zu lassen. "Ich habe vormittags erst im Netz von der Aktion gelesen. Die Idee, auf die Art Müll zu vermeiden, finde ich gut!"

Doch nicht nur Nachhaltigkeit spielt bei der ehrenamtlichen Initiative eine große Rolle, sondern auch das nachbarschaftliche Miteinander.

"Ich möchte, dass sich die Leute hier besser austauschen", erklärt Tanja Wolf (37). Die Politikwissenschaftlerin ist Mit-Initiatorin der Interessengemeinschaft "In Gruna leben", unter deren Regie Projekte wie das Repair-Café laufen.

"Das hier ist eine Win-Win-Situation", so Software-Entwickler Thomas Wolfgramm (31), der seit letztem Jahr mitmacht. "Man kann Leuten helfen und lernt selbst was dazu."

Die Ehrenamtler der Selbsthilfewerkstatt kommen übrigens nicht nur nach Gruna. Man findet sie auch in Johannstadt (Dürerstraße 89), Pieschen (Bürgerstraße 68), Löbtau (Jagdweg 1-3) und Freital (August-Bebel-Straße 3).

Infos gibt's unter: www.repaircafe.fueralle.org

Tanja Wolf (37), Mit-Initiatorin der Gemeinschaft "In Gruna leben", versorgt die Gäste mit Kaffee und Kuchen.
Tanja Wolf (37), Mit-Initiatorin der Gemeinschaft "In Gruna leben", versorgt die Gäste mit Kaffee und Kuchen.  © Thomas Türpe