Chemnitzer Wiege des Autobaus gerettet

In großen Schritten geht die Sanierung voran.
In großen Schritten geht die Sanierung voran.

Von Daniela Klose

Chemnitz - Ein Chemnitzer Industriedenkmal kehrt zu seinen Ursprüngen zurück: Das alte Krankenhaus in der Scheffelstraße wird wieder Sitz eines Automobil-Zulieferers. Unternehmer und Stadtrat Lars Faßmann (37, Vosi) lässt die ehemalige Hauptverwaltung der Auto-Union sanieren.

Presslufthämmer dröhnen durch die lichtdurchfluteten Hallen. Die Fabrik aus Sandstein, Beton und Stahl hat ihre Zeit als Brache hinter sich. 2013 kaufte Lars Faßmann das Haus aus einer Insolvenzmasse, macht es für „mehrere Millionen Euro“ wieder nutzbar.

Er reaktivierte den ursprünglichen Namen, gründete die „Presto Werke AG“ neu: 1909 war die Fabrik als Werk und Verwaltung des Fahrrad- und Autoherstellers Presto entstanden. Mitte der 1930-er kaufte die aus der Fusion sächsischer Autobauer (Horch, Audi, DKW, Wanderer) hervorgegangene Auto-Union den Komplex, der nach dem Krieg zur Klinik wurde. Seit diese 1997 auszog, stand er leer.

„Vor dem Winter müssen das Dach dicht und die Fenster drin sein“, sagt Faßmann bei einer Baustellenbegehung. Die Fassade aus rotem Sandstein bleibt erhalten, ebenso die Ausstellungshalle im Erdgeschoss, wo Oldtimer an die Tradition des Hauses erinnern sollen. Die drei oberen Etagen mietet die Lebenshilfe. Der Verein, Arbeitgeber von 650 großteils behinderten Menschen, will hier Teile für die Auto-Industrie produzieren.

Für 3.000 noch unvermietete Quadratmeter sucht Faßmann Interessenten. Und eine Idee für den unterirdischen Weltkriegs-Bunker nebenan.

Vor allem hofft er auf einen Silberpfeil für die Schauhalle. „Vielleicht stellt uns Audi ja einen zur Verfügung.“

Noch liegt das Werk brach - doch schon bald wird es zum Leben erweckt.
Noch liegt das Werk brach - doch schon bald wird es zum Leben erweckt.

Fotos: Klaus Jedlicka