Neues Modellprojekt: Wird Chemnitz damit endlich Fahrrad-Stadt?

Chemnitz - Gibt es für Chemnitzer Fahrradfahrer bald ein Happy End? Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat ein Modellprojekt für Radwege in der Schublade.

CDU-Stadtrat Falk Ulbrich (51) ist vom Modellprojekt begeistert. Er will es mit seiner Fraktion im April dem Stadtrat vorstellen.
CDU-Stadtrat Falk Ulbrich (51) ist vom Modellprojekt begeistert. Er will es mit seiner Fraktion im April dem Stadtrat vorstellen.  © Maik Börner

Unterstützung gibt es dafür von der CDU/FDP-Fraktion. Die will das BUND-Projekt mit dem von der Stadt erstellten Radverkehrskonzept verknüpfen.

Chemnitz und Radverkehr - das passte bislang nie wirklich zusammen. Nur 4 Prozent (Stand: 2013) aller Verkehrsteilnehmer fallen auf motorlose Zweiräder. Grund: Radfahrer leben bei uns gefährlich, weil das Wegenetz schlecht ausgebaut ist.

Reiner Amme (52), Sprecher für Stadtentwicklung vom BUND, tüftelt seit Jahren an einem Modellprojekt und sieht viel Potenzial: "Ein Platzproblem gibt es nicht. Es gibt unzählige Möglichkeiten, mit einfachen Mitteln durchgängige Trassen zu schaffen. Bunte Streifen an Hauptverkehrsstraßen sind keine Lösung."

Reiner Amme (52) hat das alternative Konzept in der Schublade liegen. Es zeigt, wie einfach es sein kann, neue Radschnellwege zu schaffen.
Reiner Amme (52) hat das alternative Konzept in der Schublade liegen. Es zeigt, wie einfach es sein kann, neue Radschnellwege zu schaffen.  © Sven Gleisberg

In seinem Konzept bezieht er vor allem Täler, alte Bahnstrecken, Mittelinseln und ungenutzte Nebenstrecken mit ein. Kaum ein Radler mag permanente Anstiege. Deshalb müssten Radschnellwege entlang der Höhenlinie verlaufen.

Und weiter: "Mit wenig Aufwand können bestehende Trassen ganz einfach verlängert werden." Die drei bis 30 Kilometer langen Modell-Trassen führen bis ins Umland.

CDU-Stadtrat Falk Ulbrich (51) sieht klare Vorteile im Modellprojekt. Er kennt die Schwächen des Chemnitzer Radnetzes: "Die Stadt will mit wenig Geld viel erreichen. Doch vieles ist Klein-Klein. Gerade Senioren und Familien wollen sichere, breite Radwege, ohne ständig absteigen zu müssen."

Die Fraktion CDU/FDP plant deswegen, das BUND-Konzept ins städtische mit einzubeziehen. Ein Beschlussantrag soll dem Stadtrat im April vorliegen.

Hier am Konkordiapark endet der Fahrradweg plötzlich. Kein Wunder, dass hier kaum einer langfahren will. Besser wäre ein ausgebauter Radweg durch den Park.
Hier am Konkordiapark endet der Fahrradweg plötzlich. Kein Wunder, dass hier kaum einer langfahren will. Besser wäre ein ausgebauter Radweg durch den Park.  © Maik Börner
Diese Mittelinsel an der Müllerstaße könnte als sichere Querung für Radfahrer dienen.
Diese Mittelinsel an der Müllerstaße könnte als sichere Querung für Radfahrer dienen.  © Maik Börner
Hier teilen sich Fußgänger und Radler eine Trasse. Dabei sollte ein Radweg mindestens 3,50 Meter breit sein, sodass er von Familien sicher genutzt werden kann.
Hier teilen sich Fußgänger und Radler eine Trasse. Dabei sollte ein Radweg mindestens 3,50 Meter breit sein, sodass er von Familien sicher genutzt werden kann.  © Maik Börner

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