Neues Video zeigt Verhaftung von George Floyd aus Sicht der Polizisten

Minneapolis (USA) - Neue Perspektive auf den Tod von George Floyd (†46): Es sind neue Aufnahmen von der Verhaftung des Afroamerikaners aufgetaucht, die zuvor nur vor Gericht zu sehen waren. 

Der Tod von George Floyd hat weltweit Proteste unter dem Motto "Black Lives Matter" ausgelöst. (Archivbild)
Der Tod von George Floyd hat weltweit Proteste unter dem Motto "Black Lives Matter" ausgelöst. (Archivbild)  © Bryan Smith/ZUMA Wire/dpa

Bislang kannte man nur die Videos von Passanten, die den 46-Jährigen mit einem Knie eines Polizisten im Genick zeigen, während er um Luft ringt und immer wieder "I can't breathe" ruft.

Nun hat die britische Daily Mail neue Aufnahmen veröffentlicht, auf denen wir die Verhaftung von George Floyd aus Sicht der Polizei zu sehen bekommen.

Die neuen Videos stammen von den Bodycams der beiden Beamten Thomas Lane (37) und Alex Kueng (26), also von den Kameras, die direkt an ihren Uniformen befestigt waren. 

Bislang wurden diese Szenen ausschließlich vor Gericht gezeigt. Ein Richter aus Minneapolis hatte angeordnet, dass die Clips nicht veröffentlicht werden sollten. Nun sind sie allerdings doch im Netz geleakt und die Daily Mail hat einen Zusammenschnitt davon veröffentlicht.

Die Bodycam-Aufnahmen zeigen detailliert, wie George Floyd verhaftet wird, wie er dabei immer wieder um Gnade fleht und wie die Polizisten mit dem Afroamerikaner umgegangen sind. 

Floyd fleht bei Festnahme immer wieder um Gnade

Zunächst sehen wir Thomas Lane and Alex Kueng an das Fenster von Floyds Wagen klopfen. Als dieser die Fahrertür öffnet, zücken die Beamten sofort ihre Pistolen und zielen damit direkt auf seinen Kopf.

Der 46-Jährige bittet immer wieder darum, dass sie ihn nicht erschießen sollen. Die beiden Polizisten reagieren, indem sie ihn wiederholt auffordern, seine "fucking" Hände am Lenkrad zu lassen.

Später versuchen sie, den bereits mit Handschellen gefesselten Floyd auf die Rückbank ihres Polizeiautos zu setzen.

Allerdings leistet der 46-Jährige dabei Widerstand und beteuert, dass er Angst und Klaustrophobie habe. Er wäre gerade erst an Corona erkrankt gewesen und wolle nicht sterben.

Szenen zeigen groben Umgang der Polizei mit George Floyd

Nachdem die Gesetzeshüter es doch schaffen, den Mann in ihr Auto zu setzen, wird nicht ganz ersichtlich, wie und warum sie ihn sogleich wieder auf der Beifahrerseite herausziehen.

Anschließend liegt Floyd auf dem Boden und ein dritter Polizist namens Derek Chauvin (44) drückt ihm sein Knie in den Nacken, wodurch Floyd letzten Endes ums Leben kommt.

An dieser Stelle enden allerdings die geleakten Szenen von den Bodycams. So liefern die Aufnahmen also nicht unbedingt neue Erkenntnisse zum Tod des Afroamerikaners. 

Allerdings demonstrieren sie noch einmal, wie grob die Polizisten bei der Verhaftung vorgegangen sind und wie verzweifelt George Floyd in seinen letzten Minuten um sein Leben gebettelt hat.

Titelfoto: Bryan Smith/ZUMA Wire/dpa

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