Neujahrsspringen: DSV-Überflieger Eisenbichler verpasst nur knapp den Sieg

Garmisch-Partenkirchen - Skispringer Markus Eisenbichler bleibt nach dem Neujahrsspringen der Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen im Rennen um den Gesamtsieg.

Markus Eisenbichler hatte sich im ersten Durchgang in eine gute Ausgangsposition gebracht.
Markus Eisenbichler hatte sich im ersten Durchgang in eine gute Ausgangsposition gebracht.  © DPA

"Garmisch mag ich extrem gerne", sagte der 27-Jährige vor der Qualifikation am Silvestertag und er sollte recht behalten.

Einzig Topfavorit Ryoyu Kobayashi sprang weiter als der deutsche Überflieger.

Der DSV-Adler hatte sich im ersten Durchgang in eine sehr gute Ausgangsposition gebracht. Der 27-Jährige belegte nach den ersten 50 Sprüngen am Dienstag Rang zwei und lag nur knapp hinter dem Japaner.

Eisenbichler behielt im zweiten Durchgang die Nerven und sprang 135 Meter weit. Kobayashi landete bei 133 Metern, das reichte dem Japaner für den Sieg in Garmisch.

In der Gesamtwertung läuft nun alles auf einen Zweikampf zwischen Eisenbichler, der in Oberstdorf am Sonntag ebenfalls Zweiter geworden war, und Kobayashi hinaus.

Als zweitbester Deutscher landete Stephan Leyhe auf Rang sieben. Dritter wurde Dawid Kubacki aus Polen.

Für Olympiasieger Andreas Wellinger war wie schon beim Tournee-Auftakt nach dem ersten Durchgang Schluss. Severin Freund war im 2. Durchgang ebenfalls nicht mehr mit dabei.

Von zwölf deutschen Startern erreichten sechs den zweiten Durchgang und holten damit Weltcup-Punkte.

Eisenbichler nach Platz zwei beim Neujahrsspringen: "Das erlebt man nicht alle Tage"

Markus Eisenbichler jubelt mit Pokal bei der Siegerehrung.
Markus Eisenbichler jubelt mit Pokal bei der Siegerehrung.  © DPA

"Das ist eine tolle Ausgangsposition", sagte Bundestrainer Werner Schuster in der ARD.

Eisenbichler, der als Vorletzter am Dienstag von der Schanze gesprungen war, wurde bereits vor Kobayashis entscheidendem Versuch von seinen euphorischen Teamkollegen geherzt und gefeiert.

Dass es zum zweiten Mal knapp nicht zum Sieg reichte, ärgerte "Eisei" nur kurz. Natürlich habe er gehofft, "dass es reicht für den ersten Sieg in einem Weltcup", sagte er, betonte aber sogleich: "Das genieße ich. Das erlebt man nicht alle Tage, dass man auf dem Podest steht."

Vor 21.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Großen Olympiaschanze stellte Eisenbichler seine Ausnahmeform wie schon bei seinem zweiten Platz am Sonntag in Oberstdorf mit Macht unter Beweis. "Vor allem der erste Sprung war erste Sahne", lobte Schuster.

Sein derzeitiger Musterschüler, der in der Vergangenheit seine oft starken Trainingsleistungen nicht in den Wettkampf übertragen konnte, hat ein konstant hohes Niveau erreicht. Bei der Tournee wirkt er befreit und voll fokussiert. Vor seinem letzten Sprung in Garmisch klopfte er sich immer wieder mit Wucht auf die Brust, stimmte sich auf den entscheidenden Versuch ein.

"Er hat über Monate das Trainingsniveau mitbestimmt", erklärte Schuster. "Jeder gelungene Sprung gibt ihm mehr Selbstvertrauen." Schon Eisenbichlers sechsten Platz bei der Tournee-Generalprobe in Engelberg hatte Schuster als "Knotenlöser" bezeichnet.

Während vor allen Eisenbichler und auch Leyhe überzeugten, wirkt Olympiasieger Andreas Wellinger zusehends ratlos. Nach seinem 39. Platz in Oberstdorf schied der 23-Jährige auch diesmal nach den ersten 50 Springern aus.

Für Severin Freund lief es vor den Augen von Alpin-Ass Felix Neureuther noch schlechter. Der 30 Jahre alte frühere Erfolgsgarant im deutschen Team sucht nach zwei Kreuzbandrissen und langer Pause weiter nach seiner Form und durfte wie schon in Oberstdorf ebenfalls nur einen Wettkampfsprung machen. Für ihn ist die Tournee zur Halbzeit beendet: Constantin Schmid nimmt Freunds Platz im Kader ein.

Nach einem Ruhetag geht es am Donnerstag um 14 Uhr mit der Qualifikation am Bergisel in Innsbruck weiter (ARD und Eurosport).

Ryoyu Kobayashi gewann das Neujahrsspringen.
Ryoyu Kobayashi gewann das Neujahrsspringen.  © DPA

Titelfoto: DPA


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0