Nach Kasek-Klatsche: Grüne wollen keine Protestpartei sein

Neukieritzsch - Sachsens Grüne haben eine neue Parteispitze - Jürgen Kasek (37) wurde deutlich abgewählt. Die neuen Chefs Norman Volger (39) und Christin Melcher (34) sind jetzt gefragt: Umfragen sehen die Grünen unter fünf Prozent.

Neuer und abgewählter Parteichef.
Neuer und abgewählter Parteichef.

"Wir stehen kurz davor, aus dem Landtag zu fliegen, und haben nur die alten Rezepte", kritisierte Malte Reupert (47) aus Leipzig auf dem Parteitag.

Die Grünen würden auf viele Menschen "von oben herab" zugehen. Das blieb aber eine Einzelmeinung, auch wenn Valentin Lippmann (27) ebenfalls einräumte: "Wir brauchen mehr Liberalität, wenn jemand auch mal nicht 100 Prozent mit uns übereinstimmt."

"Wir müssen Antworten geben und nicht nur Protest organisieren", so Volger. Man müsse weg davon, als monothematische Protestpartei wahrgenommen zu werden - ein klarer Seitenhieb auf Kasek.

Volger will das gesamte Wählerspektrum von links-grün bis schwarz-grün mobilisieren. Dieser Mitte-Kurs wurde von Kasek bei Twitter kritisiert.

Wie tickt der neue Realo?

Norman Volger (39) will möglichst breite Wählerschichten erreichen, auch jenseits der grünen Kernklientel.
Norman Volger (39) will möglichst breite Wählerschichten erreichen, auch jenseits der grünen Kernklientel.

Zusammen mit der bisherigen Parteichefin Christin Melcher (34) bildet Norman Volger (39) die neue Doppelspitze bei Sachsens Grünen.

Er sei grün, seitdem er denken könne, sagt der bisherige Leipziger Stadtrats-Fraktions-Chef.

Parteimitglied ist er seit 2002. Ein Familienumfeld mit Bezug zur Bürgerbewegung und Friedlichen Revolution habe ihn geprägt.

Seine Kandidatur begründete er damit, dass seine familiären Verpflichtungen dies nun zuließen.

Volger (verheiratet, zwei Söhne) ist Politikwissenschaftler und gilt als ausgemachter Realo - und damit als Gegenteil von Jürgen Kasek (37), seinem abgewählten Vorgänger.


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