Drei Geschwister in Dorfteich ertrunken: Verurteilter Bürgermeister wehrt sich

Neukirchen/Schwalmstadt - Der nach dem Ertrinken von drei Kindern in einem Dorfteich (TAG24 berichtete) verurteilte Bürgermeister von Neukirchen setzt sich juristisch zur Wehr.

Die drei Geschwister ertranken im Jahr 2016 in diesem Dorfteich.
Die drei Geschwister ertranken im Jahr 2016 in diesem Dorfteich.  © dpa/Uwe Zucchi

Er habe Berufung gegen das Urteil eingelegt, sagte Klemens Olbrich (CDU) im nordhessischen Neukirchen der Deutschen Presse-Agentur. Das Amtsgericht Schwalmstadt bestätigte am Montag den Eingang der Berufung. Als Nächstes werde seine Anwalt das schriftliche Urteil abwarten, um weitere Schritte einzuleiten.

Das Verfahren könnte dann vor dem Landgericht Marburg wieder aufgenommen werden. Der Bürgermeister von Neukirchen (Schwalm-Eder-Kreis) war am 20. Februar wegen fahrlässiger Tötung wegen Unterlassens verurteilt worden.

Das Amtsgericht Schwalmstadt verhängte eine Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro (120 Tagessätze zu 100 Euro), allerdings unter Vorbehalt. Die Strafe ist für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Zahlen muss er zudem 4000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung.

Das Gericht befand, Olbrich habe die Verkehrssicherungspflicht für den Teich verletzt. Die Wasserstelle weise erhebliches Gefahrenpotenzial auf. Der Bürgermeister erwiderte, dass die Ausdehnung dieser Pflicht nicht nachvollziehbar sei.

"Wenn sich diese Sichtweise durchsetzt, bekommen wir eine völlig neue Qualität der Verkehrssicherungspflicht. Dann müssen wir uns bei lauter stehenden und fließenden Gewässern in Deutschland fragen, ob sie eine Gefahr darstellen."

Neukirchens Bürgermeister Klemens Olbrich.
Neukirchens Bürgermeister Klemens Olbrich.  © dpa/Uwe Zucchi

Titelfoto: Montage: DPA/Uwe Zucchi

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